https://www.faz.net/-gpf-9nnvp

Kommission legt Bericht vor : Kanada ignorierte „Völkermord“ an Ureinwohnerinnen

  • Aktualisiert am

Frauen halten Schilder mit Bildern von Vermissten hoch. Bild: Reuters

Kanadische Behörden haben weggeschaut und damit den Tod Tausender weiblicher Ureinwohner verschuldet. Und das jahrzehntelang. Zu dem Ergebnis ist nun eine Kommission gekommen.

          Kanadische Behörden haben nach Einschätzung eines Untersuchungsberichts in den vergangenen Jahrzehnten den Tod und das Verschwinden von Tausenden weiblichen Ureinwohnern im Land vorsätzlich ignoriert und sich damit an einem „Völkermord“ beteiligt. Zu diesem Ergebnis kommt der über mehr als drei Jahre erstellte und rund 1200 Seiten lange Bericht, den die Untersuchungskommission am Montag in Gatineau nahe der Hauptstadt Ottawa Premierminister Justin Trudeau überreichte. Die Kommission hatte mehr als 2300 Zeugen für den Bericht befragt.

          „Dieser Bericht handelt von den wunderbaren Ureinwohnern und den systemischen Faktoren, die dazu geführt haben, dass sie ihre Würde, ihre Menschlichkeit und in zu vielen Fällen auch ihr Leben verloren haben“, sagte die Chefin der Untersuchungskommission, Marion Buller. „Dieser Bericht handelt von vorsätzlichem Völkermord in Hinblick auf Rasse, Identität und Geschlecht.“

          An den hohen Raten von Gewalt, Tod und Selbstmord bei den kanadischen Ureinwohnern, vor allem bei weiblichen, trügen die kanadischen Behörden mit Schuld, heißt es in dem Bericht. Er präsentiert 231 Änderungsvorschläge, darunter eine bessere Vertretung von Ureinwohnern in Regierung und Verwaltung.

          Weitere Themen

          Manchmal liegt das Glück ganz nah

          An Scholz’ Seite : Manchmal liegt das Glück ganz nah

          Das Rennen um den SPD-Vorsitz geht weiter: Wofür die Kandidatin an Scholz’ Seite steht – und wieso der erfolgsverwöhnte Niedersachse Stephan Weil plötzlich beschädigt ist.

          Topmeldungen

          Jeder hat sein Kreuz zu tragen: Matteo Salvini am Strand auf Sizilien.

          Italienische Regierung : Ohne den Segen des Papstes

          Italiens Innenminister Salvini gibt sich gerne als gläubiger Christ. Damit hat er den Zorn Franziskus’ auf sich gezogen – und am Ende auch den des scheidenden Ministerpräsidenten Conte.

          An Scholz’ Seite : Manchmal liegt das Glück ganz nah

          Das Rennen um den SPD-Vorsitz geht weiter: Wofür die Kandidatin an Scholz’ Seite steht – und wieso der erfolgsverwöhnte Niedersachse Stephan Weil plötzlich beschädigt ist.
          Der Charging Bull, eine Bronzestatue im Financial District in Manhattan, New York.

          Amerikas Wirtschaft : Das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen?

          Amerikas Manager-Elite gibt sich neue Prinzipien: Sie will Aktionäre nicht mehr über alles andere stellen. Ihre eigene Vergütung dagegen ist bisher kein Thema.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.