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Debatte über Streichung : Der gefährliche Mythos Rasse

Geht es mit englischen Begriffen leichter? Anti-Rassismus-Demonstration im Juni in Frankfurt Bild: dpa

Der Begriff der Rasse soll aus dem Grundgesetz verschwinden. Geprägt von einem französischen Arzt und Philosophen hat das Wort eine zweifelhafte wissenschaftliche Karriere gemacht – mit mörderischen Folgen. Forscher arbeiten an seinem Ende.

          8 Min.

          Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd, herbeigeführt durch einen weißen Polizisten Ende Mai in Minneapolis, und die darauf folgenden weltweiten „Black Lives Matter“-Demonstrationen gegen Rassismus haben auch Folgen für Deutschland. Die früher schon geführte Debatte über die Streichung des Wortes „Rasse“ im Grundgesetz ist neu entfacht worden und führt nun womöglich zu einer Verfassungsänderung. Wie in Frankreich, das den Begriff „Rasse“ 2018 aus seiner Verfassung gestrichen hat, scheint auch in Deutschland ein solcher Verzicht in Sicht.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

          Auf Initiative der Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat sich der Kabinettsausschuss „gegen Rechtsextremismus und Rassismus“ am vergangenen Mittwoch dafür ausgesprochen, den 1949 im Grundgesetz verankerten Begriff „Rasse“ zu ersetzen. Die geplante Änderung ist Teil des angekündigten Katalogs der Bundesregierung mit 89 Maßnahmen gegen Rechtsextremismus – auch als Konsequenz aus dem Mord an Walter Lübcke sowie den Anschlägen in Halle und Hanau. Im Bundestag sprachen sich am Freitag Redner von Union, SPD, FDP, Linkspartei und Grünen ebenfalls für die Streichung aus.

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