https://www.faz.net/-gpf-7br5e

Baumärkte : Auch Praktiker-Tochter Max Bahr meldet Insolvenz an

  • Aktualisiert am

Max-Bahr-Filiale in Rostock Bild: dpa

Erst Praktiker, jetzt Max Bahr: Wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit will die Geschäftsführung das Insolvenzverfahren eröffnen lassen. Damit stirbt der Hoffnungsträger des Konzerns.

          1 Min.

          Die Baumarktkette Max Bahr mit bundesweit 132 Standorten ist nach der Insolvenz des Mutterkonzerns Praktiker ebenfalls zahlungsunfähig. Die Geschäftsführer der betroffenen Max-Bahr-Gesellschaften würden beim Amtsgericht Hamburg die Eröffnung von Insolvenzverfahren wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit beantragen, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit.

          Hintergrund sei, dass ein Warenkreditversicherer Lieferanten von Max Bahr nicht mehr unterstützt habe. Dadurch sei die Versorgung der Baumärkte nicht mehr gesichert. Praktiker hatte vor zwei Wochen Insolvenz beantragt.

          Max Bahr galt bisher als Hoffnungsträger des Konzerns. Zahlreiche Praktiker-Märkte waren in die etablierte gelbe Marke umbenannt worden, damit das Unternehmen vom Discounter-Image wegkommt. Zuletzt gab es 132 Max-Bahr-Standorte, für die Marke Praktiker sind es in Deutschland 169 (Stand Ende März). Im In- und Ausland hat der Konzern rund 18.000 Mitarbeiter, bei Max Bahr sind es nach eigenen Angaben etwa 3700.

          Mit dem Billig-Image („20 Prozent auf alles - außer Tiernahrung“) hatte Praktiker keinen Erfolg gehabt und hohe Verluste angehäuft. Weiterhin nicht betroffen von den Insolvenzverfahren ist das - inzwischen verkleinerte - internationale Geschäft.

          Es solle nun ein Insolvenzplanverfahren bei Max Bahr durchgeführt werden, hieß es in der Mitteilung - es hat in der Regel die Sanierung des Unternehmens zum Ziel. Dass eine Tochter durch die strauchelnde Mutter mit in die Insolvenz gerissen wird, ist durchaus kein Einzelfall.

          Letzter Stand bei den Sanierungsbemühungen des Konzerns war das Ziel des vorläufigen Insolvenzverwalters der börsennotierten Holding Praktiker AG, die Baumarktketten möglichst als Ganzes an einen Investoren zu verkaufen. Es gebe diverse Interessenten, hieß es. Mehrere Konkurrenten wie Obi, Hornbach und Hagebau hatten ihr Interesse bereits öffentlich signalisiert, allerdings nur für einzelne Filialen und nicht für ein Gesamtpaket. Einige Gläubiger des Unternehmens hatten sich hingegen für eine Fortführung ohne Verkauf ausgesprochen.

          Weitere Themen

          Keine Trump-Euphorie mehr in Kallstadt Video-Seite öffnen

          Heimatort der Großeltern : Keine Trump-Euphorie mehr in Kallstadt

          Anfangs sahen die Einwohner von Kallstadt in Rheinland-Pfalz die Wahl von Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten mit großem Interesse, denn Trumps Vorfahren stammen aus dem Winzerdorf. Inzwischen scheint das Interesse allerdings erlahmt zu sein. Ein Stimmungsbild kurz vor der Präsidentenwahl Anfang November, bei der sich Trump zur Wiederwahl stellt.

          CNN-Umfrage sieht Biden als Sieger

          Fernsehduell mit Trump : CNN-Umfrage sieht Biden als Sieger

          Einer ersten Erhebung zufolge ist es dem Präsidenten nicht gelungen, im letzten Duell mit seinem Herausforderer Boden gutzumachen. In puncto politische Führungskraft sind die Befragten jedoch gespalten.

          Topmeldungen

          Sicher ist sicher: Wenn nicht immer genug Abstand gehalten werden kann, empfiehlt es sich, die Maske auch im Büro zu tragen.

          Corona am Arbeitsplatz : „Tröpfchen fliegen bis zu 20 Meter weit“

          Nicht jeder kann sich vor der Pandemie ins Homeoffice flüchten. Der Arbeitsmediziner David Groneberg erklärt, wie groß die Corona-Gefahr im Büro ist, welches Raumklima die Viren mögen und was man alles noch nicht weiß.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.