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Eskalation in Barcelona : Mehr als hundert Verletzte bei Protesten in Katalonien

  • Aktualisiert am

Bei Demonstrationen in Barcelona und anderen katalanischen Städten gegen die Festnahme von Carles Puigdemont wurden mindestens hundert Menschen verletzt. Bild: AP

Nach der Festnahme des ehemaligen katalanischen Präsidenten Carles Puigdemont in Schleswig-Holstein, gingen rund 50.000 Menschen in Barcelona und anderen Städten auf die Straße. Dabei kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei.

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          Bei Protesten in Katalonien gegen die Festnahme von Separatistenführer Carles Puigdemont in Deutschland sind mindestens hundert Menschen verletzt worden. 92 wurden allein in der regionalen Hauptstadt Barcelona verletzt, wo am Sonntagabend mehr als 50.000 Menschen auf die Straße gegangen waren, berichteten die Rettungskräfte bei Twitter. Bei kleineren Veranstaltungen in Lleida wurden sieben weitere verletzt, in Tarragona eine Person.

          In Barcelona kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Demonstranten schleuderten Eier, Flaschen und Eisengitter gegen die Polizisten und versuchten, sie mit Müllcontainern zu bedrängen. Diese setzen Schlagstöcke ein und gaben Warnschüsse in die Luft ab. Mindestens 23 Beamte erlitten dabei Verletzungen.

          Parlamentspräsident ruft zur Ruhe auf

          Der Präsident des katalanischen Parlaments, Roger Torrent, rief die Demonstranten zur Ruhe auf. „Ich habe keinen Zweifel, dass die katalanischen Bürger so handeln werden, wie sie es immer getan haben, auf gewaltlose Weise“, sagte er im Regionalfernsehen.

          Der Protestmarsch in Barcelona führte von der Vertretung der Europäischen Kommission zum deutschen Konsulat in Barcelona. Aufgerufen dazu hatte die einflussreiche Separatistenorganisation ANC. Viele Demonstranten zeigten kleine Transparente mit der deutschen Aufschrift: „Befreit unseren Präsidenten. Seid nicht Mithelfer!“ Andere trugen Unabhängigkeitsflaggen und Puigdemont-Masken als Zeichen der Unterstützung.

          Proteste auch im Internet

          Auch im Internet sorgte die Nachricht von der Festnahme Puigdemonts für Aufruhr. „Spanien sorgt nicht für einen fairen Prozess, sondern nur für Rache und Unterdrückung“, twitterte Elsa Artadi, Sprecherin von JxCat (Gemeinsam für Katalonien), der Liste, der auch Puigdemont angehört. Sie schloss sich auch dem Protestmarsch in Barcelona an.

          Eine ehemalige Abgeordnete der radikalsten separatistischen Partei CUP, Mireia Boya, schrieb: „Jetzt werden wir sehen, ob die Europäische Union die Verletzung der Grundrechte durch den spanischen Staat unterstützt.“

          „Die Flucht des Putschisten ist beendet“

          „Die Flucht des Putschisten Puigdemont ist beendet“, twitterte hingegen Albert Rivera, Vorsitzender der Anti-Unabhängigkeitspartei Ciudadanos. Der Versuch, eine europäische Demokratie zu zerstören, demokratische Gesetze zu brechen, das Zusammenleben zu stören oder öffentliche Gelder zu veruntreuen, könne nicht ungestraft bleiben. Die liberale Ciudadanos war aus den Regionalparlamentswahlen im Dezember als stärkste Partei hervorgegangen, die drei separatistischen Parteien vereinigen aber zusammen mehr Stimmen auf sich.

          Puigdemont war am Sonntagmittag bei der Einreise aus Dänemark auf einer Autobahnraststätte an der A7 bei Schleswig gestoppt worden. Grundlage sei ein europäischer Haftbefehl, erklärte das Landespolizeiamt in Kiel. In Spanien wird wegen des Unabhängigkeitsreferendums vom Oktober unter anderem wegen Rebellion gegen Puigdemont ermittelt.

          Die Justiz in Schleswig-Holstein prüft, ob Puigdemont an Spanien ausgeliefert wird. Der 55-Jährige wurde am Sonntagnachmittag zunächst in die Justizvollzugsanstalt Neumünster gebracht. An diesem Montag soll er zur Identitätsfeststellung dem zuständigen Amtsgericht vorgeführt werden. Über die Frage, ob Puigdemont in Auslieferungshaft zu nehmen sei, habe das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht zu entscheiden, erklärte Vize-Generalstaatsanwalt Ralph Döpper.

          Spanien muss Auslieferung rechtlich begründen

          Spanien muss seinen Angaben zufolge nun Unterlagen vorlegen, aus denen sich ein Grund für eine Auslieferung ergibt. Das Oberlandesgericht prüfe dann, ob eine Übergabe Puigdemonts an die spanischen Behörden rechtlich zulässig sei. Sollten keine rechtlichen Hindernisse einer Auslieferung im Wege stehen, werde anschließend die Generalstaatsanwaltschaft Schleswig entscheiden, sagte Döpper.

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