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Fortbildungsbezeichnungen : Der Bachelor, der ein Meister sein soll

Ein Auszubildender im Kfz-Handwerk schneidet in einem Ausbildungszentrum mit einer Flex einen alten Auspuff auf. Nach wie vor gibt es Unstimmigkeiten über die geplante Umbenennung beruflicher Abschlüsse. Bild: dpa

„Bachelor Professional“ und „Master Professional“ sollen die Bezeichnungen für berufliche Abschlüsse nach dem neuen Berufsbildungsmodernisierungsgesetz lauten. Hochschulrektoren befürchten eine Verwechslung mit Uniabschlüssen.

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          Die Universitäten und Fachhochschulen in der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) sind über das Bundesbildungsministerium verärgert. Denn es hat ihre scharfe Kritik an der Novelle des Berufsbildungsmodernisierungsgesetzes genauso übergangen wie jene von Wirtschaftsverbänden und der Kultus- und Wissenschaftsminister. Anstoß erregen die geplanten beruflichen Fortbildungsbezeichnungen „Bachelor Professional“ und „Master Professional“. Die Verwechslung mit den akademischen Abschlüssen des Bologna-Systems liegt nahe. „Die deutschen Hochschulen halten es grundsätzlich für den falschen Ansatz, die Verschiedenheit von hochschulischer und beruflicher Bildung gezielt zu verwischen“, sagte HRK-Präsident Peter-André Alt. Das schwäche berufliche und akademische Bildung gleichermaßen. Bachelor und Master werden in ganz Europa als akademische Abschlüsse wahrgenommen, sind allerdings keine geschützten Begriffe.

          „Bachelor Professional“ und „Master Professional“

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte gegen den Widerstand der Hochschulrektorenkonferenz, der Gewerkschaften, der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände sowie der Kultusministerkonferenz die neuen Bezeichnungen „Bachelor Professional“ und „Master Professional“ durchsetzen wollen, um den bewährten Meistertitel „zu stärken und international noch sichtbarer zu machen“. Aber der Meister entspräche nicht dem „Master Professional“, sondern dem „Bachelor Professional“, was die Verwirrung nicht reduziert. Der Bundestag hatte im November die Novelle des Berufsbildungsgesetzes beschlossen, die auch eine Mindestausbildungsvergütung vorsieht. Diese kann nicht ausbezahlt werden, bevor die Länder im Bundesrat zugestimmt haben.

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