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Autsralien : Australisches Gericht erteilt Flüchtlingen Einreiseerlaubnis

  • Aktualisiert am

Flüchtlingsschiff auf Schlingerkurs - die HMAS Manoora Bild: AP

Einer Gerichtsentscheidung zufolge dürfen 437 afghanische Flüctlinge nun doch Australien betreten. Die Regierung hat dagegen Berufung eingelegt.

          Das Tauziehen um 437 afghanische Flüchtlingen, die Mitte August versucht haben, in Australien einzureisen, ist am Dienstag in eine neue Runde gegangen: Während die Bootsflüchtlingen an Bord des australischen Marinefrachters „Manoora“ schon fast außer Landes sind, wies ein australisches Gericht am Dienstag die Regierung an, abgewiesenen Flüchtlinge doch aufzunehmen.

          Das Bundesgericht in Melbourne teilte mit, die australische Regierung habe ungesetzlich gehandelt, als sie Truppen zu dem norwegischen Frachter „Tampa“ geschickt und die Flüchtlinge festgesetzt hatte. Die „Tampa“ hatte etwa 433 überwiegend afghanische Flüchtlinge von einer sinkenden indonesischen Fähre gerettet und dann die australische Weihnachtinsel angesteuert, durfte jedoch keinen Hafen anlaufen.

          Regierung legt Berufung ein

          Die Regierung in Canberra legte am Dienstag umgehend Berufung gegen das Urteil ein. Sie hatte schon vor einigen Tagen angekündigt, einen solchen Richterspruch anfechten zu wollen und den Fall auch bis vor das Oberste Gericht zu bringen. Die Auseinandersetzung dürfte also demnächst in die zweite Runde gehen.

          Inzwischen befinden sich die 437 Flüchtlinge an Bord des australischen Marinetransportschiffs „Manoora“ auf dem Weg nach Papua-Neuguinea. Von dort sollen sie nach dem Willen der Regierung in Canberra nach Neuseeland und in die Südpazifik-Republik Nauru geflogen werden. Die „Manoora“ hat bereits einen Großteil der Reise hinter sich.

          Canberra hatte eine Einreise der Flüchtlinge strikt abgelehnt, obwohl sie sich an Bord des norwegischen Frachters „Tampa“ vor der Weihnachtsinsel und damit in australischen Hoheitsgewässern befanden. Stattdessen wurden die Afghanen auf den australischen Truppentransporter „Manoora“ gebracht. Nach einem tagelangen internationalen Tauziehen hatten sich schließlich Neuseeland und die pazifische Inselrepublik Nauru bereit erklärt, die Menschen bis zur Klärung ihres Asylbegehrens aufzunehmen.

          Fährt die „Manoora“ zurück nach Australien?

          Das Gericht gab nun der australischen Regierung bis zum Freitag Zeit, seiner Entscheidung Folge zu leisten. Dies würde bedeuten, dass die „Manoora“ ihren Kurs ändern und auf Australien zusteuern müsste.

          Australien hatte am Samstag ein weiteres Schiff mit rund 200 Flüchtlingen gestoppt und diese ebenfalls auf die „Manoora“ gebracht. Am Dienstagmorgen hielt die australische Marine ein drittes Boot mit rund 130 Flüchtlingen vor den australischen Hoheitsgewässern auf.

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