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Vermeintliche Schweden-Warnung : Außenministerium wirft AfD „Fake News“ vor

  • Aktualisiert am

AfD-Politiker im Berliner Abgeordnetenhaus: Ronald Gläser, Georg Pazderski und Frank-Christian Hansel Bild: dpa

Gibt es eine „massive Reisewarnung“ für Schweden? Wird sie von „unserer Qualitätspresse“ verheimlicht? Das behauptete die AfD Berlin auf Twitter. Nun stellt das Auswärtige Amt die Sache klar.

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          Das Auswärtige Amt hat der AfD vorgeworfen, gefälschte Nachrichten („Fake News“) zu verbreiten. Hintergrund sind mehrere Tweets der AfD vom Wochenende. So hatte der Berliner Landesverband auf Twitter behauptet, seit dem 1. März gelte eine „massive Reisewarnung“ für Schweden im Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation. „Unsere Qualitätspresse wird auch darüber nicht berichten“, war dort weiter zu lesen.

          In einem weiteren Tweet heißt es in massiv fehlerhaftem Deutsch: „Schweden: Es gilt eine massive Reisewahrnung gültig seit 1. März.. Heraus gegeben vom Auswärtige Amt“.

          Am Montag stellte eben dieses Auswärtige Amt mit dem Hinweis „Achtung: Fake News!“ die Sachlage klar: „Es gibt keine Reisewarnung für Schweden.“ Seit einem Jahr weise das Amt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen für Schweden darauf hin, dass dort die Terrorwarnstufe 3 gelte, also „Erhöhte Gefahr“. Davor habe für einige Monate Terrorwarnstufe 4 gegolten („Hohe Gefahr“). Richtig müsse die Meldung also lauten: „Das Auswärtige Amt hat vor einem Jahr darauf hingewiesen, dass die schwedische Regierung die Terrorwarnstufe herabgesetzt hat.“ Etwas spöttisch fügte das Ministerium hinzu: „Tut uns leid, falls das weniger interessant klingt.“

          Der Sprecher des AfD-Landesverbandes Berlin, Ronald Gläser, sprach gegenüber der Deutschen Presse-Agentur von einer „etwas zugespitzten Darstellung von uns“ und gestand ein: „Ja, es gibt keine solche Reisewarnung.“

          Der Vorgang erinnert an Äußerungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump: Der hatte vor rund zwei Wochen sein – vor Gerichten zunächst gescheitertes – Einreiseverbot für Bürger einiger islamischer Länder damit verteidigt, dass die Vereinigten Staaten gesichert werden müssten. „Schaut Euch an, was in Deutschland passiert, schaut Euch an, was gestern Abend in Schweden passiert ist“, hatte er gesagt und dann Anschlagsziele wie Brüssel, Nizza und Paris aufgezählt. In Schweden war allerdings nichts dergleichen passiert. Später erklärte Trump, sein Statement beziehe sich „auf eine Geschichte hinsichtlich von Einwanderern & Schweden, die auf FoxNews ausgestrahlt wurde“.

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