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An der Frontlinie : Baerbock erlebt keinen Paulus-Moment

Außenministerin Baerbock bei ihrem Besuch in der Ostukraine Bild: via REUTERS

Die deutsche Außenministerin zeigt sich betroffen von dem, was sie in der Ostukraine sieht und hört. Ihre Haltung zu Waffenlieferungen ändert sie jedoch nicht.

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          Die Lagebesprechung findet vor einem ausgebrannten Arbeiterwohnheim statt. Zwei Stockwerke leerer Fensterhöhlen starren in den Regen, der stellvertretende Missionschef der OSZE schildert die Lage entlang der Konfrontationslinie zwischen ukrainischen Regierungstruppen und den von Russland unterstützten Separatisten, die sich in den vergangenen Monaten beständig weiter verschlechtert hat. Die deutsche Außenministerin erfährt, dass an manchen Tagen wieder mehr als 50 Verstöße gegen den geltenden Waffenstillstand gezählt werden, dass nicht nur Attacken von Scharfschützen registriert werden, sondern dass es auch wieder gegenseitigen Beschuss mit Granaten gebe.

          Johannes Leithäuser
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Unter einem Baldachin im schlammigen Vorhof steht ein Fernsehmonitor, über den anschließend Filme einer Drohnenkamera laufen. Die Drohnen seien ein prima Mittel, um die Lage an der Kontaktlinie zu beobachten, sagt Mark, der schottische Überwachungsoffizier, aber sie würden immer öfter mit gezielten Störwellen irritiert, „beide Seiten tun das“, und auch beschossen. Drei Drohnen habe die OSZE allein in der vorigen Woche verloren, berichtet er. Drei von wie vielen, fragt die Ministerin? Zwei seien noch funktionsfähig, sagt der OSZE-Beobachter. Und wie viele würden eigentlich gebraucht? „Sechzig wären gut“, antwortet er. Die Ministerin lässt mit Gesten erkennen, sie wolle sich kümmern.

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