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Außenminister Straw : "Britisches Empire ist schuld an heutigen Konflikten"

  • Aktualisiert am

Jack Straw setzt sich kritisch mit der britischen Vergangenheit auseinander Bild: AP

Großbritannien blickt normalerweise wehmütig auf sein altes Empire zurück. Außenminister Straw brach jetzt ein Tabu.

          Der britische Außenminister Jack Straw führt die meisten großen Konflikte in der Welt auf das Britische Empire zurück. „Viele Probleme, mit denen wir uns heute auseinander setzen müssen - mit denen ich mich jetzt auseinander setzen muss - sind eine Konsequenz unserer Kolonialvergangenheit“, sagte Straw in einem Interview mit dem britischen Magazin „New Statesman“.

          Der Labour-Politiker nannte mehrere Beispiele dafür: „Indien- Pakistan - da haben wir einige ziemlich schwere Fehler gemacht. Das ist eine schlimme Geschichte für uns. Afghanistan - da haben wir eineinhalb Jahrhunderte lang eine nicht gerade glorreiche Rolle gespielt.“ Auch der britische Anteil an der Entstehung des Nahost- Konflikts sei „nicht ganz ehrenvoll“. Die „seltsamen“ irakischen Staatsgrenzen seien einst von den Briten gezogen worden. Und auch an der Krise in Simbabwe sei Großbritannien mitschuldig, weil seine Kolonisten sich einst das Land angeeignet hätten.

          Kritik von Konservativen

          Die Äußerungen wurden von den oppositionellen Konservativen scharf kritisiert. „Damit bestärkt er (den simbabwischen Präsidenten Robert) Mugabe darin, die britische Regierung weiterhin des Neo-Kolonialismus zu beschuldigen“, sagte der außenpolitische Sprecher Michael Ancram. Die Regierung habe „Angst vor den Schatten unserer kolonialen Vergangenheit“. Doch ein Sprecher von Premierminister Tony Blair verteidigte die Bemerkungen als „vernünftige historische Einordnung“.

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