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Ausschreitungen in Sachsen : Und nun?

Die fremdenfeindlichen Abgründe in Sachsen sind eine Schande. Aber wem hilft denn ein Wettbewerb, wer sich am empörtesten empört?

          Man kann es sich ganz einfach machen. Man kann schimpfen über die Abgründe in Sachsen, über die fremdenfeindliche Rohheit auf der Straße, über eine dumpfe Minderheit, die sich, immun gegen Argumente, für eine Mehrheit hält, über die empathielosen „Wir sind das Volk“-Brüller, die gegen eine Demokratie geifern, die sie bis heute nicht verstanden haben – obwohl so viele Sachsen mit diesem Spruch einst auf die Straße gegangen sind, um für sie zu kämpfen. Das ist alles wahr, es ist eine Schande.

          Man kann sogar versuchen, sich in dem Wettbewerb, wer sich am empörtesten empört, an die Spitze zu setzen. So wie Sachsens Ministerpräsident Tillich mit seiner Feststellung, dass dies keine Menschen seien, sondern Verbrecher – was auch immer das bedeutet, wenn ein Regierungschef seinen eigenen Bürgern die Menschlichkeit abspricht. Wer sich empört, dem ist der Applaus sicher.

          Aber wem ist mit all der Empörung geholfen – außer dem Empörten selbst? Welches Problem ist damit gelöst? Man kann es sich nämlich auch schwer machen und sich der Frage stellen: Wir haben ein Problem – und was nun?

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

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