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Auslandseinsatz : Material aus Afghanistan landet in Emden an

  • Aktualisiert am

Ein „Dingo 2“ verlässt das Frachtschiff Bild: dpa

Zurück von der Front und wieder auf sicherem Boden: Ein Schiff hat die erste Fuhre Bundeswehr-Material aus dem Afghanistan-Einsatz zurück gebracht. In Emden rollen „Fuchs“ und „Wolf“ an Land.

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          Friedlich plätschern die Wellen an den Kai der ostfriesischen Hafenstadt Emden. Plötzlich dröhnen schwere Motoren auf: Aus dem Bauch des dänischen Frachtschiffs „Suecia Seaways“ rollt langsam eine martialische Streitmacht an Land. Wo sonst Tausende von VW-Neuwagen für den Export verschifft werden, beherrschen tarngefleckte Gefechtsfahrzeuge der Bundeswehr das Bild. Nach einem oft beschwerlichen Weg und einem 4800 Kilometer weiten Transport ist am Samstag das erste Fahrzeug-Kontingent aus dem Afghanistan-Einsatz wieder in Deutschland angekommen.

          Bis Ende 2014 will die Bundeswehr einen Großteil ihrer Soldaten und ihres Materials abziehen, wenn der Nato-Kampfeinsatz in Afghanistan zum Abschluss kommt. Rund 1200 meist gepanzerte Fahrzeuge - viele Typen tragen Tiernamen wie „Dingo“, „Marder“, „Fuchs“ oder eben „Wolf“ - will die Truppe zurückbringen. Es ist eine gewichtige Menge an Kriegsgerät: Eine Panzerhaubitze 2000 wiegt gute 50 Tonnen, viele andere Fahrzeuge bringen zwischen zehn und 15 Tonnen auf die Waage. Sie waren einst in Feisabad oder am Außenposten OP North, in Kundus oder in Masar-i-Scharif eingesetzt.

          „Jetzt wird erstmal instand gesetzt“

          2000 Tonnen und 7000 verschiedene Artikel kehren nun mit dem ersten Schiffstransport aus der türkischen Hafenstadt Trabzon zurück in die Heimat. Einzelne Fahrzeuge zeigen deutliche Spuren des Einsatzes: Die Frontpartie eines Wolfs“ ist eingedellt, die Scheibe gesprungen. Die Beifahrerseite eines gepanzerten Geländewagens ist eingedrückt, die Motorhaube hängt lose an der Karosserie. Teilweise sind die Heckpartien mit Comicfiguren verziert: Donald Duck ist dort zu sehen, eine Trabbi-Zeichnung mit dem Namen „Schorsch“, ein klobiger Mannschaftswagen trägt die Aufschrift „Raceman“.

          Im Bauch des Frachters „Suecia Seaways“ Bilderstrecke

          „Jetzt wird erstmal alles gereinigt und instand gesetzt“, sagt Oberst Michael Sinn. Der Transportspezialist vom Logistikzentrum der Bundeswehr in Wilhelmshaven koordiniert die Ankunft in Emden und die weitere Verteilung des Materials. Das meiste davon wurde bereits in Afghanistan mit Ameisensäure gegen Tierseuchen präpariert - gemäß der Einfuhrvorschriften der EU. Auch dieser Schutz ist jetzt überflüssig.

          85 Prozent allen Materials, das die Bundeswehr bis zum Auslaufen der Isaf-Mission Ende 2014 zurück in Richtung Heimat schickt, soll durch den türkischen Schwarzmeerhafen Trabzon gehen, wo es nach Deutschland eingeschifft wird. Sensibles Material und Waffen wie die Panzerhaubitze 2000, deren Kanone nicht abmontiert werden kann,- werden direkt nach Deutschland geflogen.

          Mitte Oktober soll ein weiterer Frachter Trabzon mit Kurs Emden verlassen. „Wir warten mit den Transporten so lange, bis wir genug Material für eine Schiffsladung zusammen haben“, sagt Sinn. 42 Prozent des Materials, das die Bundeswehr mit großem Aufwand an den Hindukusch brachte, soll jedoch in Afghanistan zurückbleiben - insgesamt Güter im Wert von 150 Millionen Euro wie Mobiliar und Inneneinrichtungen. „Ein Heimtransport wäre schlichtweg nicht wirtschaftlich“, sagt Sinn.

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