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Eskalation in Israel : Schießen und sprechen

  • -Aktualisiert am

Komplett verwüstet: Israelische Polizisten inspizieren hier wie groß der Schaden durch die Raketen aus dem Gazastreifen ist. Bild: AFP

Zwischen Israel und der Hamas eskaliert die Gewalt wie seit 2014 nicht mehr, mehr als 400 Raketen wurden aus Gaza abgefeuert – eine dauerhafte Lösung ist nicht in Sicht.

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          Die 122-Millimeter-Rakete aus Gaza schlug in eines dieser ärmlichen viergeschossigen Gebäude von Aschkelon ein, die keine Bunkerräume haben und von dünnen Betonwänden gehalten werden. Es traf das alte Paar aus dem vierten Stock im Schlaf. Ihre Zweiraumwohnung ist verwüstet, die Fenster und Türen herausgerissen, Reste von Blut und Schutt ziehen sich durch das Treppenhaus. Mehr als 400 Raketen haben die Hamas und andere palästinensische Islamistengruppen aus Gaza auf die Umgebung im südlichen Israel geschossen. Mehr als 70 Israelis wurden verletzt, ein Mann getötet. Der Mann aus Aschkelon. Ein Palästinenser. Ausgerechnet.

          Jochen Stahnke

          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Daniel Edri steht vor dem Haus, das den Treffer abbekommen hat. Er ist 62 Jahre alt, lebt ebenfalls in der Jabotinsky-Straße und sagt, er habe den Toten gekannt. „Ein Araber aus den Territorien ohne Aufenthaltserlaubnis.“ Ein anderer Anwohner korrigiert und behauptet, der „Araber“ habe sehr wohl eine Aufenthaltserlaubnis gehabt. Ein Polizeisprecher sagt, dass der Tote Palästinenser war. Das Viertel Shimshon Gimel im Südwesten von Aschkelon ist eines der ärmsten der Stadt. Orientalische Juden, äthiopische Einwanderer und Flüchtlinge prägen das Straßenbild. Edri sagt: „Seit 18 Jahren machen wir den Mist schon mit, diese Lösungsversuche und dann wieder Krieg und dann alles von vorn.“

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