https://www.faz.net/-gpf-9uex7

Urteil im Sudan : Zwei Jahre Hausarrest für Omar al-Baschir

  • Aktualisiert am

Omar al-Baschir im August im Gericht in Khartum Bild: AFP

Omar al-Baschir soll kurz vor seinem Sturz 25 Millionen Dollar aus Saudi-Arabien erhalten haben. Deshalb muss der frühere Machthaber Sudans nun zwei Jahre in einer Pflegeeinrichtung verbringen. Antreten muss er die Strafe aber noch nicht.

          1 Min.

          Sudans früherer Machthaber Omar al-Baschir ist wegen Korruption zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt worden. Er müsse die Strafe in einer Pflegeeinrichtung verbüßen, teilte der zuständige Richter am Samstag in der sudanesischen Hauptstadt Khartum mit. Wegen seines hohen Alters sei der 75 Jahre alte Baschir gemäß des sudanesischen Rechts nicht zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

          In dem Verfahren ging es um 25 Millionen Dollar (22 Millionen Euro), die der frühere Machthaber kurz vor seinem Sturz vor gut acht Monaten aus Saudi-Arabien erhalten hatte. Al-Baschir hatten mehr als zehn Jahre Haft gedroht.

          Der Prozess gegen den derzeit in Khartum Inhaftierten hatte im August begonnen. Der jahrzehntelange Machthaber erschien mehrfach zu Anhörungen vor Gericht und verfolgte das Geschehen dort hinter Gittern.

          Er soll die nun gegen ihn verhängte Strafe laut Gericht erst antreten, wenn in einem anderen Prozess gegen ihn das Urteil gefallen ist. Dabei geht es um die Tötung von Demonstranten.

          Al-Baschir, der sein Land fast 30 Jahre lang autoritär regierte, war nach monatelangen Protesten im April von der Armee gestürzt worden. Gegen ihn liegt auch ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag vor. Dort werden ihm Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord in der Krisenregion Darfur vorgeworfen.

          Weitere Themen

          Keine Hoffnung auf Entspannung Video-Seite öffnen

          Blinken und Lawrow : Keine Hoffnung auf Entspannung

          Vor ihrem Treffen in Genf dämpften die Außenminister Russlands und Amerikas die Erwartungen auf eine baldige Lösung des Ukraine-Konflikts. Beide Parteien würden nicht mit einem Durchbruch bei den Verhandlungen rechnen.

          Theaterbesuch, ein exklusives Vergnügen

          Heute in Rhein-Main : Theaterbesuch, ein exklusives Vergnügen

          Das Regionalfenster soll über Lebensmittel auch aus Hessen aufklären, hat aber seine Grenzen. In Theatern heißt es „Abonnenten zuerst“. Und in Frankfurt steht ein mutmaßlicher Folterer vor Gericht. Die Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

          Topmeldungen

          Umweltschützer protestieren vor Regierungsgebäuden in Belgrad gegen die Lizenzvergabe an Rio Tinto.

          Aus für Lithiumprojekt : Serbien und eine erste Antwort an Australien

          Die Welt braucht mehr Lithium, denn die werden für Autobatterien benötigt. Für Serbien schien der Aufschluss von Europas größter Lithium-Mine damit wie ein Sechser im Lotto zu sein. Jetzt bläst die Regierung das Projekt überraschend ab – wenige Tage nach der Ausweisung von Tennisstar Djokovic.