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Ausschreitungen in Hongkong : Zwei deutsche Staatsbürger festgenommen

  • Aktualisiert am

Zwei bewaffnete Polizisten nehmen einen Demonstranten fest. Bild: dpa

Den fünften Tag in Folge entflammten auch am Freitag an vielen Orten in der Stadt Proteste. Demonstranten blockierten dabei mehrere Straßen. Derweil wurden in Hongkong offenbar zwei deutsche Staatsbürger festgenommen.

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          Bei den Demonstrationen in Hongkong sind erstmals auch zwei Deutsche festgenommen worden. Das Auswärtige Amt habe die Festnahmen gegenüber der „Bild“-Zeitung bestätigt, hieß es in einem Beitrag. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur teilte die Behörde mit: „Unser Generalkonsulat in Hongkong betreut zwei deutsche Staatsangehörige konsularisch und steht im Kontakt zu deren Rechtsanwalt sowie den Behörden vor Ort.“ Dem Zeitungsbericht zufolge soll es sich bei den beiden Deutschen um Austauschstudenten einer Kunsthochschule handeln, an der es zuletzt Ausschreitungen gab.

          Die seit mehr als fünf Monaten anhaltenden Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungsregion richten sich gegen die Regierung: Die Demonstranten kritisieren unter anderem den wachsenden Einfluss Chinas auf die ehemalige Kronkolonie. Seit der Rückgabe an China 1997 wird Hongkong nach dem dem Grundsatz „ein Land, zwei Systeme“ autonom regiert.

          Die Demonstranten fordern freie Wahlen, eine unabhängige Untersuchung von Polizeibrutalität sowie Straffreiheit für die bereits weit mehr als 4000 Festgenommenen. Auch der Rücktritt von Regierungschefin Carrie Lam gehört zu ihren Forderungen. Die zunehmende Radikalisierung der Demonstranten könnte dem harten Durchgreifen der chinesischen Regierung mehr Rückhalt verleihen.

          Zweiter Todesfall bekannt geworden

          Die Gewalt in Hongkong war in den vergangenen Tagen eskaliert. Vergangene Woche bestätigten die Behörden den Tod eines Studenten, der am Rande von Ausschreitungen von einem Parkhaus gestützt war. Am Montag hatte ein Polizist einem jungen Demonstranten in den Bauch geschossen. Sein Zustand hatte sich im Laufe der Woche gebessert.

          Ebenfalls am Montag zündete ein radikaler Demonstrant einen Sympathisanten der Regierung an. Sein Zustand ist kritisch. Gleiches gilt für einen 15-Jährigen, der laut Berichten von einem Tränengas-Kanister am Kopf getroffen worden war. Lokale Medien berichteten, dass ein 70-jähriger Mann seinen Verletzungen erlag, nachdem dieser am Mittwoch von einem anfliegenden Pflasterstein am Kopf getroffen worden war. Die Regierung macht „Randalierer“ verantwortlich.

          Den fünften Tag in Folge protestierten Demonstranten auch am Freitag wieder an vielen Orten und blockierten dabei mehrere Straßen. Die Regierung in Hongkong geht wegen der eskalierten Massenproteste von einer tiefen Rezession aus. 2019 wird beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) jetzt ein Rückgang von 1,3 Prozent erwartet, wie die Regierung mitteilte. Bislang hatte sie ein Minus von 0,1 Prozent erwartet. Es wäre die erste Rezession auf Jahressicht in Hongkong seit der globalen Finanzkrise vor gut zehn Jahren.

          Ferner ermittelt die britische Polizei wegen eines mutmaßlichen Angriffs von Demonstranten auf Hongkongs Justizministerin in London. Teresa Cheng Yeuk-wah sei von Dutzenden China-Gegnern und Unabhängigkeitsbefürwortern umringt und attackiert worden, teilte die chinesische Botschaft in London am Freitag mit. Sie sei zu Boden gestoßen worden und habe eine Handverletzung erlitten. Scotland Yard bestätigte, dass eine Frau am Donnerstagabend mit Verletzungen am Arm ins Krankenhaus gebracht wurde, äußerte sich aber zum Hergang des Vorfalls zurückhaltend. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauerten an, hieß es. Festnahmen habe es keine gegeben.

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