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Zwangsabtreibung in China : Behörden bitten um Entschuldigung

  • -Aktualisiert am

Die chinesischen Behörden geraten wegen brutaler Repressionsmethoden  unter öffentlichen Druck. Vertreter der Provinz Shaanxi entschuldigten sich bei einer Frau, die sie zur Abtreibung gezwungen hatten.

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          Chinesische Provinzbehörden haben in zwei Fällen nach öffentlichem Druck ihre Haltung revidiert. In der Provinz Shaanxi hat die Familienplanungsbehörde bei einer Frau um Entschuldigung gebeten, die im siebten Schwangerschaftsmonat zu einer Abtreibung gezwungen worden war. Die Nachricht vom brutalen und gesetzeswidrigen Vorgehen der Familienplaner in Shaanxi hatte in China zu einem Sturm der Empörung und zu Kritik an der staatlichen „Ein-Kind-Politik“ geführt. Nachdem die Behörden zunächst Zwangsmaßnahmen geleugnet und behauptet hatten, die Frau habe die Schwangerschaft freiwillig beendet, haben sie jetzt Fehlverhalten zugegeben. Die Stadtverwaltung von Ankang gab am Freitag bekannt, dass drei verantwortliche Funktionäre vom Dienst suspendiert wurden.

          Auch der Tod eines Bürgerrechtlers wird untersucht

          In der Provinz Hunan soll jetzt zudem der mysteriöse Tod eines Bürgerrechtlers im Krankenhaus untersucht werden.Nach einer Demonstration in Hongkong und kritischen Äußerungen Hongkonger Politiker will die Provinz Hunan die Umstände des Todes von Li Wangyang aufklären. Li war vor kurzem nach 21 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen worden. Die offizielle Darstellung, nach der sich Li Wangyang in einem Krankenhaus erhängt hat, wird von den Familienangehörigen und Freunden angezweifelt. Die Leiche wurde kurz nach dem Tod am 6. Juni ohne Einverständnis der Familie eingeäschert. Kurz vor seinem Tod hatte sich Li Wangyang in einem Interview mit einem Hongkonger Fernsehstation zu politischen Fragen geäußert. In Hongkong forderten bei einer Demonstration am vergangenen Wochenende Tausende eine Untersuchung des Todesfalles.

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