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Zusammenstöße im Nord-Kosovo : Zwei deutsche Soldaten verwundet

  • Aktualisiert am

Das Emblem der Kosovo-Truppe auf einem Bundeswehr-Hubschrauber Bild: dapd

In den serbisch dominierten Kosovogebieten sind am Freitagmorgen Soldaten der internationalen Schutztruppe Kfor und Demonstranten zusammengestoßen. Dabei wurden zwei Bundeswehrangehörige durch Schüsse leicht verletzt.

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          Der Vorfall ereignete sich bei der Ortschaft Rudare, wenige Kilometer nördlich von Mitrovcia. Laut Augenzeugenberichten versuchten rund 500 Serben die Kfor bei der gewaltsamen Räumung von Barrikaden zu behindern. Daraufhin setzten die Soldaten der multinationalen Truppe Tränengas ein, um weiteren Serben den Zugang zur Barrikade zu versperren. Ein Sprecher des zuständigen Einsatzführungskommandos in Potsdam bestätigte inzwischen, dass bei dem Zusammenstoß unter den eingesetzten Einheiten zwei Bundeswehrsoldaten Schussverletzungen davongetragen haben. Einer der beiden Männer musste wegen einer Wunde am Oberarm zur weiteren Behandlung in ein Lazarett gebracht werden. Der Andere wurde am Ohr verletzt und konnte vor Ort behandelt werden. Ein serbischer Verantwortlicher sagte der Nachrichtenagentur Tanjug, auch drei Serben seien verletzt worden.

          Barrikaden stehen seit Juli 2011

          Die umkämpfte Straßensperre war von den Serben im Juli vergangenen Jahres errichtet worden. Kurz darauf war ein gewaltsamer Zusammenstoß zwischen den Demonstranten und deutschen Soldaten erst in letzter Sekunde verhindert worden. Die Serben im Nordkosovo wollen verhindern, dass die albanisch geführte Regierung in Prishtina die Kontrolle über die Gebiete, nördlich des Grenzflusses Ibar übernimmt. Die Kfor unter dem deutschen Kommandeur Erhard Drews hatte wiederholt vergeblich versucht, diese und zahlreiche andere serbische Straßenblockaden zu brechen.

          Sie hat den Auftrag, die volle Bewegungsfreiheit auch im Nordkosovo sicherzustellen. Momentan befinden sich rund 1000 deutsche Soldaten im Kosovo. Erst vergangene Woche hatte der Bundestag die seit 1999 laufende Beteiligung der Bundeswehr am Kfor-Einsatz um ein weiteres Jahr verlängert.

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