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Zur Fahndung ausgeschrieben : Kremlkritiker Chodorkowskij erwägt Asyl in Großbritannien

  • Aktualisiert am

Kremlkritiker Michail Chodorkowskij Bild: AFP

In London fühle er sich sicher, sagt der frühere Ölmagnat. Russlands Präsident Putin empfinde ihn offenbar als Bedrohung.

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          Der Kremlkritiker und Ex-Ölmagnat Michail Chodorkowskij denkt ernsthaft über einen Asylantrag in Großbritannien nach. Er ziehe diesen Schritt „definitiv in Erwägung“, sagte der im Exil lebende Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin in einem in der Nacht zu diesem Donnerstag verbreiteten Interview des britischen Senders BBC. Kurz zuvor hatte die russische Justiz Haftbefehl gegen Chodorkowskij erlassen und ihn zur internationalen Fahndung ausgeschrieben.

          Putin betrachte ihn als Bedrohung, meinte der in Russland in Ungnade gefallene, frühere Besitzer des zerschlagenen Konzerns Yukos. „Wirtschaftlich, wegen der möglichen Beschlagnahme russischen Vermögens im Ausland, und politisch als jemand, der möglicherweise demokratische Kandidaten bei den kommenden Wahlen 2016 unterstützen könnte.“

          Mordvorwürfe der Justiz

          Die russische Justiz hat in einem Mordfall Haftbefehl gegen Chodorkowskij beantragt. Russland hatte Chodorkowskij Mitte Dezember offiziell beschuldigt, 1998 die Ermordung des Bürgermeisters der sibirischen Stadt Neftejugansk organisiert zu haben.

          Chodorkowskij weist die Anschuldigungen zurück. „Sie sind verrückt geworden“, kommentierte der 52 Jahre alte Geschäftsmann auf seiner Webseite den Haftbefehl. Nach fast zehn Jahren Lagerhaft war Chodorkowskij Ende 2013 begnadigt worden und anschließend in die Schweiz gezogen.

          Russland : Neuer Haftbefehl gegen Chodorkowski

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