https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/zuppi-vorsitzender-der-italienischen-bischofskonferenz-18060527.html

Vom Papst ernannt : Die Italienische Bischofskonferenz hat einen neuen Vorsitzenden

Kardinal Matteo Zuppi 2019 im Vatikan Bild: AP

Kardinal Matteo Zuppi gilt als progressiv. Zu seinen größten Herausforderungen gehört die überfällige Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in Italien.

          1 Min.

          Papst Franziskus hat den 66 Jahre alten Kardinal Matteo Zuppi zum neuen Vorsitzenden der italienischen Bischofskonferenz bestimmt. Zuppi, der seit 2015 Erzbischof von Bologna in der norditalienischen Re­gion Emilia-Romagna ist und 2019 von Franziskus ins Kardinalskollegium berufen wurde, folgt auf den 80 Jahre alten Kardinal Gualtiero Bassetti, der aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung stand.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Die italienische Bi­schofskonferenz wählt ihren Vorsitzenden und auch den Generalsekretär nicht selbst, sondern schlägt dem Papst – in dessen Eigenschaft als Bi­schof von Rom und als „Primas von Italien“ – jeweils drei Kandidaten für die Leitungspositionen vor. Zuppi war der erklärte Wunschkandidat von Papst Franziskus.

          Er gilt als Vertreter des progressiven Flügels unter den insgesamt 220 Bi­schöfen Italiens. Zuppi stammt aus Rom und gehört zu den Gründungsmitgliedern der Laiengemeinschaft Sant’Egidio, mit der er bis heute eng verbunden ist. Er war viele Jahre Pfarrer in der von Sant’Egidio betreuten Pfarrgemeinde Santa Maria im römischen Stadtteil Trastevere.

          Synodaler Prozess soll vorangetrieben werden

          Zusammen mit Andrea Riccardi, dem Gründungsvorsitzenden der Gemeinschaft, war Zuppi zudem als Vermittler in Konfliktgebieten tätig, zumal in Mosambik, wo er gemeinsam mit Riccardi das Friedensabkommen von 1992 zur Be­endigung des Bürgerkrieges aushandeln half. Benedikt XVI. ernannte Zuppi 2012 zum Weihbischof in Rom. Drei Jahre später machte Franziskus ihn zum Nachfolger von Bolognas langjährigem Erzbischof, dem konservativen Kardinal Carlo Caffarra.

          Zu den größten Herausforderungen Zuppis gehört die überfällige Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in Italien. Bisher weigert sich die italienische Bischofskonferenz beharrlich, nach dem Vorbild anderer europä­ischer Staaten eine unabhängige Un­ter­suchungskommission einzusetzen. Außerdem sollen der synodale Prozess vorangetrieben und die Zahl von derzeit 220 Diözesen auf ein international übliches Maß reduziert werden.

          Weitere Themen

          Erdogan bekommt, was er will

          NATO-Beitritt : Erdogan bekommt, was er will

          Die Türkei stimmt zu, Schweden und Finnland in die NATO aufzunehmen. Doch Erdogan verlangt Zugeständnisse für die Aufgabe der Blockadehaltung: Das Memorandum, auf das sich die drei Staaten verständigen, geht auf alle seine Bedingungen ein.

          Klingbeils Werbetour in Polen

          Lob für Flüchtlingshilfe : Klingbeils Werbetour in Polen

          Man habe beim Thema Russland zu wenig auf die östlichen Nachbarn gehört, hatte SPD-Chef Klingbeil jüngst bekannt. Jetzt reist er nach Polen und erklärt, die Zeit der Entspannungspolitik Willy Brandts sei vorbei.

          Topmeldungen

          Der türkische Präsident Erdogan gibt sein Veto auf.

          NATO-Beitritt : Erdogan bekommt, was er will

          Die Türkei stimmt zu, Schweden und Finnland in die NATO aufzunehmen. Doch Erdogan verlangt Zugeständnisse für die Aufgabe der Blockadehaltung: Das Memorandum, auf das sich die drei Staaten verständigen, geht auf alle seine Bedingungen ein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.