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Zukunft der Republikaner : Der Trump-Nachwuchs

  • -Aktualisiert am

Der republikanische Nachwuchspolitiker Matt Gaetz sitzt für Florida im amerikanischen Kongress. Bild: EPA

Matt Gaetz aus Florida gehört mit 35 Jahren im amerikanischen Kongress zur jungen Generation. Der Trump-Protegé ist überzeugter Republikaner – nur überzeugen ihn viele Republikaner nicht.

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          Donald Trump hat es nicht leicht mit den Republikanern im Kongress – die können schließlich nicht einfach die Gesetze verabschieden, die er gern hätte, sondern müssen für viele ihrer Vorhaben mit den Demokraten verhandeln. Dabei kommen Deals heraus, die der Präsident öffentlich kritisiert: Beim jüngsten Finanzkompromiss grantelte er, ein Ausgabengesetz wie dieses werde er nicht noch einmal unterzeichnen. Kein Wunder: zwar bekam Trump mit deutlich erhöhten Ausgaben fürs Militär seinen Willen, die Mauer an der Grenze zu Mexiko ist aber immer noch nicht finanziert. Ärgerlich für den Präsidenten ist auch, dass ihn immer wieder renommierte Senatoren und Abgeordnete aus der eigenen Partei angreifen, so etwa Lindsey Graham und John McCain.

          Doch Trump hat durchaus treue Fans unter den Republikanern im Kongress. Einer davon ist Matt Gaetz aus Florida, 35 Jahre alt und erst seit vergangenem Jahr Abgeordneter im Repräsentantenhaus. Das Magazin „Politico“ nannte den Juristen einen „Avatar“ für das, was die Republikaner im Kongress unter Trump seien.

          Jung, männlich, weiß und in vielem eher rechts – so repräsentiert Gaetz eine Gruppe Politiker in der republikanischen Partei, die durch Donald Trumps Erfolg motiviert sind und durch dessen Unterstützung auf eine lange Karriere hoffen. Den Präsidenten verteidigt Gaetz bei vielen Gelegenheiten, vor allem im Fernsehen. Trumps Äußerung, Länder wie Haiti seien „Kloaken“ sekundierte er mit der Ansicht, der Zustand des Landes sei „ekelerregend“. Gaetz bedient auch gern rechtslastige Publikationen wie den „National Enquirer“ oder Alex Jones‘ „Infowars“. Was ihm an politischer Erfahrung fehlt, das gleicht er durch Selbstbewußtsein aus – in dieser bekennend autodidaktischen Haltung ist er seinem Vorbild nicht unähnlich. Was er nicht wisse, das würde er gerade lernen, sagte Gaetz in einem Interview. Dabei wird er von Trump protegiert: „Er sagte mir einmal, dass ich nicht genug lächele“, erzählte er dem Magazin „Politico“. „Und dass er meine neue Frisur mag.“

          Gaetz ist ehrgeizig, will bekannter werden und dabei auch Donald Trump gefallen. So kritisiert er in letzter Zeit besonders gern die Russland-Ermittlungen von Robert Mueller. Zuletzt forderte er, dass Justizminister Jeff Sessions seine Befangenheitserklärung in der Russland-Affäre widerrufen solle. Sessions hat die Aufsicht über die Mueller-Untersuchung an seinen Stellvertreter Rod Rosenstein abgegeben, weil er selbst über ein Treffen mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak nicht die Wahrheit gesagt hatte. Matt Gaetz und viele seiner Kollegen im Kongress glauben, dass der Justizminister Robert Mueller schärfer kontrollieren oder die Ermittlungen beenden würde. Mit dem jetzigen Stand der Untersuchung könne Mueller eigentlich „zusammenpacken“, fordert der junge Abgeordnete.

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