https://www.faz.net/-gpf-6zlsm

Zorn über Raketenabwehr : Russland droht Europa mit Präventivschlägen

  • -Aktualisiert am

Die russischen Iskander-Raketen könnten in Königsberg oder in Südrussland stationiert werden. Bild: AFP

In beispielloser Schärfe hat Russlands militärische Spitze vor einer amerikanischen Raketenabwehr in Europa gewarnt und einen Präventivschlag gegen Stellungen der Raketenabwehr nicht ausgeschlossen.

          1 Min.

          Russische Politiker und hohe Militärs haben vor verheerenden Folgen für das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen gewarnt, sollte ihr Land nicht gleichberechtigt in die europäische Raketenabwehr einbezogen werden. Das geht aus Äußerungen auf einer internationalen Konferenz in Moskau hervor, die wenige Wochen vor dem Nato-Gipfel in Chicago stattfand, auf dem die Funktionsfähigkeit der ersten Phase der Raketenabwehr verkündet werden wird.

          Der russische Generalstabschef Nikolaj Makarow drohte dem Westen mit Präventivschlägen gegen Stellungen der europäischen Raketenabwehr durch Iskander-Raketen, die in Königsberg (Kaliningrad) oder in Südrussland stationiert werden könnten. Makarow sagte, wie zuvor schon der scheidende Präsident Medwedjew, Russland werde bei der Raketenabwehr nur ein integriertes Sektorenmodell akzeptieren, in dem Russland auch für die Raketenabwehr von Teilen des Nato-Gebietes verantwortlich wäre. Die Nato lehnt diesen Vorschlag ab.

          Der russische Generalstabschef Nikolaj Makarow drohte dem Westen mit Präventivschlägen.
          Der russische Generalstabschef Nikolaj Makarow drohte dem Westen mit Präventivschlägen. : Bild: dpa

          Makarow argumentierte, dass sich die Entwertung der nuklearen Zweitschlagskapazität Russlands nur verhindern lasse, wenn sein Land auf diese Weise eingebunden werde. Makarows Stellvertreter Walerij Gerassimow zählte Polen und Rumänien, die Elemente der europäischen Raketenabwehr aufnehmen sollen, zu den Zielen möglicher russischer Präventivschläge.

          Der stellvertretende Generalsekretär der Nato, Aklexander Vershbow, sagte, Russlands Fähigkeit zur nuklearen Abschreckung werde durch die europäische Raketenabwehr keineswegs berührt. Die Abfangraketen seien nicht für die Abwehr der schnellen russischen Interkontinentalraketen ausgelegt, die über Mehrfachsprengköpfe mit unabhängiger Zielführung verfügten.

          Am Rande der Konferenz sagte Vershbow, die europäische Raketenabwehr könne modifiziert werden, wenn sich die Gefahrenlage ändere. Iran, das verdächtigt wird, die Herstellung waffenfähigen Urans zu planen, entwickele zwar ballistische Raketen, die bald Nordeuropa und Amerika erreichen könnten. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass in den anstehenden Gesprächen über das iranische Atomprogramm ein Durchbruch erzielt werde.

          Weitere Themen

          Merz: „Verlegung hat mit Corona wenig zu tun“

          CDU-Parteitag : Merz: „Verlegung hat mit Corona wenig zu tun“

          Die Vermutung, dass „andere Erwägungen“ hinter der Absage des Parteitags stecken, liegt für Friedrich Merz auf der Hand. Auf die Frage, ob er nicht selbst zum Establishment der CDU gehöre, gab er am Abend eine eindeutige Antwort.

          Topmeldungen

          Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Vorsitz, spricht mit Journalisten.

          CDU-Parteitag : Merz: „Verlegung hat mit Corona wenig zu tun“

          Die Vermutung, dass „andere Erwägungen“ hinter der Absage des Parteitags stecken, liegt für Friedrich Merz auf der Hand. Auf die Frage, ob er nicht selbst zum Establishment der CDU gehöre, gab er am Abend eine eindeutige Antwort.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.