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Zorn auf Thailands König : Politik von deutschem Boden aus?

Seltener Anblick in Thailand: König Rama X. und Königin Suthida in Bangkok. Bild: Reuters

Kritik am Königshaus war in Thailand ein Tabu. Doch der Daueraufenthalt ihres Königs Rama X. in bayerischen Villen und Luxushotels erzürnt viele Thais. Der Protest dagegen wird zur Belastung für die deutsche Diplomatie.

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          Die ausgedehnten Aufenthalte des thailändischen Königs in Bayern entwickeln sich immer mehr zu einer Belastung für die deutsche Diplomatie. Am Montag zogen Tausende Demokratieaktivisten vor die Deutsche Botschaft in Bangkok, um eine Petition zu übergeben. Darin forderten sie Berlin zu einer Untersuchung auf, ob der König seine Amtsgeschäfte von Deutschland aus wahrnimmt. Das Ziel sei es, Thailand wieder zurück zu einer „echten“ konstitutionellen Monarchie zu machen, hieß es darin nach Angaben der thailändischen Presse. Thailand hatte sich zwar schon 1932 vom Absolutismus verabschiedet. Jedoch hatte das Königshaus immer wieder in die Politik eingegriffen. Der jetzige König Maha Vajiralongkorn hat zudem seine Macht stark ausgebaut.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Durch die Forderungen der Demonstranten nach einer Monarchiereform wird es zunehmend schwerer für Berlin, die Tatsache zu ignorieren, dass der König die meiste Zeit in einer Villa oder einem Luxushotel in Bayern verbringt. „Natürlich habe ich auch das Treiben des thailändischen Königs in Deutschland im Blick“, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Montag. Dieses „Treiben“ werde „dauerhaft“ überprüft. „Und wenn es dort Dinge gibt, die wir als rechtswidrig empfinden, dann wird das sofortige Konsequenzen haben.“ Schon vor einigen Tagen hatte sich Maas im Bundestag dagegen ausgesprochen, dass der König von deutschem Boden aus Politik betreibe.

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