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Tod von Zivilisten : Israelische Armee gibt Fehleinschätzung zu

  • Aktualisiert am

Palästinenser trauern am 14. November um die Opfer des Luftangriffs. Bild: AP

Im November bombardierten die israelischen Streitkräfte ein Haus im Gazastreifen. Neun Personen wurden getötet, darunter fünf Kinder. Man habe dort keine Zivilisten erwartet, teilt die Armee nun mit.

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          Die israelischen Streitkräfte haben eine Fehleinschätzung eingestanden, die im November zum Tod von neun Mitgliedern einer palästinensischen Familie im Gazastreifen führte. Israel hatte am 14. November ein Wohnhaus im Ort Deir al Balah mit dem Ziel bombardiert, Rasmi Abu Malhus zu töten, einen mutmaßlichen Anführer der Terrorgruppe Islamischer Dschihad. Neben Abu Malhus wurden dabei acht Mitglieder seiner Familie getötet, unter anderen fünf Kinder unter 13 Jahren.

          Nach Abschluss einer internen Untersuchung teilte das israelische Militär am Dienstag mit, man habe die Anwesenheit von Zivilisten in dem Gebäude nicht erwartet. Man habe daher Empfehlungen ausgearbeitet, um ähnlich folgenschwere Fehleinschätzungen in der Zukunft „so weit wie möglich zu reduzieren“.

          Die Streitkräfte bleiben aber dabei, dass das bombardierte Gebäude vor und während der militärischen Auseinandersetzung im November als „militärischer Stützpunkt“ des Islamischen Dschihad genutzt worden sei. Der Militärgeheimdienst habe das Haus erstmals im Juni als Ziel eines Luftschlags genehmigt. Spätere Geheimdiensterkenntnisse hätten bestätigt, dass das Gebäude weiterhin vom „Islamischen Dschihad“ genutzt worden sei.

          Der Krater, wo die israelische Luftwaffe am 14. November ein mutmaßliches Gebäude des „Islamischen Dschihad“ zerstört und neun Personen getötet hat.
          Der Krater, wo die israelische Luftwaffe am 14. November ein mutmaßliches Gebäude des „Islamischen Dschihad“ zerstört und neun Personen getötet hat. : Bild: AP

          Angehörige von Abu Malhus bestritten, dass dieser überhaupt Verbindungen zu der Terrorgruppe gehabt habe. Demnach habe es sich um ein Wohnhaus gehandelt, das die Familie seit 15 Jahren bewohnt habe. Die israelischen Streitkräfte hoben dagegen hervor, dass der Islamische Dschihad seine militärischen Aktivitäten bewusst „inmitten der Zivilbevölkerung“ plane und diese daher gefährde.

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