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Quo vadis Zimbabwe? : Ein zweifelhafter Sieg

Frieden und Stabilität? Anhänger Emmerson Mnangagwas feiern am Freitag in Harare seinen Sieg. Bild: AFP

Die Wahl in Zimbabwe wurde überschattet von Gewalt und Vorwürfen der Manipulation. Die Opposition ficht das Ergebnis an. Nun drohen dem Land unruhige Zeiten.

          6 Min.

          Am frühen Freitagmorgen verkündete Zimbabwes Wahlkommission, dass der alte auch der neue Staatspräsident sein wird. Emmerson Mnangagwa von der regierenden Zimbabwe African National Union – Patriotic Front (Zanu-PF) habe bei der Wahl am Montag 50,8 Prozent der abgegebenen Stimmen und damit die erforderliche Mehrheit erhalten, hieß es.

          Thilo Thielke

          Freier Berichterstatter für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Sein Herausforderer Nelson Chamisa, der Kandidat der mächtigsten Oppositionspartei, der Movement for Democratic Change (MDC), die eine Siebenparteienkoalition angeführt hatte, war demnach nur auf 44,3 Prozent gekommen. Die übrigen 21 Kandidaten spielten keine nennenswerte Rolle. Im Parlament hätten die Zanu-PF-Vertreter damit eine Zweidrittelmehrheit, die sie zum Beispiel berechtigt, die Verfassung zu ändern.

          Die Hoffnung auf einen Wandel, ein neues Zimbabwe, war schon rund anderthalb Tage zuvor gestorben. Immer wieder hatte sich die Verkündung des endgültigen Wahlergebnisses verzögert, angeblich weil die Unterlagen nicht rechtzeitig nach Harare gelangt waren oder irgendwelche Unterschriften fehlten. Unterdessen wurde vor allem aus den Provinzen eine deutliche Mehrheit der Regierungspartei gemeldet, die sich daraufhin schon vorzeitig zum Sieger erklärte. Hinzu kamen weitere Merkwürdigkeiten. Vor allem bemängelte die Opposition, dass von vielen der rund 11.000 Wahllokale die Listen, auf denen die örtlichen Ergebnisse für jeden einsehbar notiert worden waren, verschwanden.

          Friedenseinsatz der Armee sorgt für nackte Angst

          Als es daraufhin in der Hauptstadt Harare zu Protesten kam, rückte das Militär an und ersetzte gemäßigtere Polizeieinheiten, deren Uniformierte den Demonstranten zuvor noch freundlich zugewinkt hatten. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie Soldaten mit scharfer Munition auf Flüchtende schossen oder am Boden liegende Frauen niederknüppelten. Panzerwagen fuhren auf. Auch Wasserwerfer, Gummigeschosse und Tränengas kamen zum Einsatz. Ein in den sozialen Medien kursierendes Foto zeigt die Leiche einer Frau, der in den Rücken geschossen worden war. Die Bilanz des blutigen Mittwoch: mindestens sechs Tote.

          Wie Hohn musste es klingen, als Justizminister Ziyambi Ziyambi verkündete, die Armee sei eingerückt, um „Frieden und Stabilität“ zu gewährleisten. Nachdem sie durchgegriffen hatte, herrschten weniger Ruhe und Ordnung als die nackte Angst: Panzer rollten durch menschenleere Straßen, Geschäfte waren verrammelt, über der Stadt kreisten Armeehubschrauber.

          Das Harvest House in Harares Zentrum, das Hauptquartier der Opposition, wurde besetzt, 27 MDC-Mitglieder wurden festgenommen. Die Bilder erinnerten an die blutigen Krawalle nach den kenianischen Wahlen Ende 2007, als das Land von wochenlangen Unruhen erschüttert wurde. Nun bangen viele Menschen in Zimbabwe, dass auch im ehemaligen Rhodesien, das einmal als die Kornkammer des Kontinents galt, die Situation eskalieren könnte.

          Welch ein Unterschied zu den Bildern, die die Welt gut acht Monate zuvor zusehen bekommen hatte. Damals, im November 2017, war der mittlerweile 94 Jahre Maoist und Langzeitdiktator Robert Mugabe zurückgetreten. Auf den Straßen tanzten tagelang die Menschen, sowohl Schwarze als auch Weiße. Sie feierten das Ende der 38 Jahre währenden Terrorherrschaft eines Mannes, der einmal von Jesuiten erzogen wurde, dann eine Ausbildung zum Schullehrer machte und später einen von Peking finanzierten Buschkrieg gegen das Regime der Weißen von Premierminister Ian Smith führte.

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