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Zimbabwe : Kommt bald der nächste Putsch?

Opfer der Verhaftungswelle: Die Autorin Tsitsi Dangarembga am 31. Juli in Harare. Bild: AFP

Zimbabwes Präsident Mnangagwa verhält sich immer mehr wie sein Vorgänger Mugabe. Doch es könnte ihn bald dasselbe Schicksal ereilen wie den Langzeitdiktator.

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          Es war, als spräche Zimbabwes vor bald einem Jahr gestorbener Langzeitdiktator Robert Mugabe aus dem Jenseits. „Die faulen Äpfel, die unser Land zu spalten drohen, werden fortgeschwemmt“, wetterte Emmerson Mnangagwa am vergangenen Dienstag im Staatsfernsehen. Im Land wirkten „dunkle Mächte“, die versuchten, Zimbabwe zu „destabilisieren“, und mit ausländischen Kräften im Bunde seien. Es gelte, diese nun auszumerzen. „Genug ist genug.“ Sicherheitskräfte würden „ihrer Pflicht mit der angemessenen Schärfe und Entschlossenheit nachgehen“. Für solche Tiraden war früher Mnangagwas Vorgänger im Amt des Staatspräsidenten bekannt.

          Thilo Thielke

          Freier Berichterstatter für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Mit den dunklen ausländischen Mächten meinte der 77 Jahre alte Mnangagwa wohl die Vereinigten Staaten. Sie gehörten neben der früheren britischen Kolonialmacht schon während der 37 Jahre dauernden Herrschaft Mugabes zu den Lieblingsfeinden der Regierung in Harare. Erst vor kurzem hatte Patrick Chinamasa, Sprecher der seit der Unabhängigkeit ununterbrochen herrschenden Zimbabwe African National Union – Patriotic Front (Zanu-PF), gewettert, der amerikanische Botschafter Brian Nichols versuche, gemeinsam „mit einer Seilschaft von Gangstern Unruhen auszulösen und zu finanzieren, Gewalt zu koordinieren und Aufrührer zu trainieren“. Kurz: Der Diplomat sei „ein Strolch“.

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