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Zimbabwe : Liegt Mugabe im Sterben?

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„Regelrecht hochgespritzt”? Zimbabwes Präsident Robert Mugabe bei einem Parteitreffen der Zanu-PF im Dezember. Bild: REUTERS

Nach Angaben informierter Kreise wird mit einem baldigen Tod von Robert Mugabe gerechnet. Der zimbabwische Präsident soll überstürzt zu seinem Leibarzt nach Malaysia gereist sein. Mugabe leidet seit mehr als zehn Jahren an Prostatakrebs.

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          Der zimbabwische Präsident Robert Mugabe ist offenbar so krank, dass mit seinem baldigen Tod gerechnet wird. Das verlautete am Freitag aus südafrikanischen Sicherheitskreisen unter Hinweis auf Mugabes überstürzte Reise zu seinem Leibarzt in Malaysia am vergangenen Mittwoch. Mugabe hatte sich eine Woche lang für Untersuchungen in Malaysia aufgehalten und war am vergangenen Sonntag nach Harare zurückgekehrt.

          Nach Angaben informierter Kreise in Pretoria waren ihm zwei Tage später die ärztlichen Befunde mitgeteilt worden, woraufhin sich Mugabe am Mittwoch erneut nach Malaysia aufmachte, um dort mutmaßlich operiert zu werden. Über die Krankheit des inzwischen fast 87 Jahre alten Mugabe kann nur spekuliert werden. Bekannt ist allerdings, dass er seit mehr als zehn Jahren an Prostatakrebs leidet.

          In den vergangenen Jahren waren Leberprobleme sowie eine altersbedingte Herzschwäche hinzugekommen, die dafür verantwortlich ist, dass Mugabe nur noch wenige Stunden am Tag aufnahmefähig ist. Seit geraumer Zeit liest er keine Akten mehr, sondern lässt sich deren Inhalt vortragen. Bei öffentlichen Auftritten hingegen machte er bis zuletzt einen aufgekratzten Eindruck, was Beobachter mutmaßen lässt, dass er jedes Mal „regelrecht hochgespritzt“ werde.

          MDC will Neuwahlen erst 2013

          Unklar ist, wie sich ein mögliches Ableben des greisen Potentaten auf die fragile politische Lage in Zimbabwe auswirken könnte. Seit Februar 2009 wird das Land von einer Regierung der nationalen Einheit regiert, die vom ehemaligen Oppositionsführer Morgan Tsvangirai als Ministerpräsident geleitet wird.

          Bislang hat diese Koalition aus der Mugabe-Partei Zanu-PF und der ehemaligen Oppositionspartei „Movement for Democratic Change“ (MDC) allerdings keine großen Fortschritte erzielen können, was nicht zuletzt an der Blockadehaltung der Zanu-PF liegt. Zuletzt hatte Tsvangirai einen Gerichtsprozess gegen Mugabe angestrengt, weil dieser Botschafter ernenne, ohne den Ministerpräsidenten zu konsultieren.

          Nach Mugabes Willen sollen noch in diesem Jahr Neuwahlen abgehalten werden, um die Koalition zu beenden. Der MDC lehnt dies indes ab und will erst 2013 wählen lassen, um genügend Zeit zu haben, eine unabhängige Wahlkommission aufzubauen und darüber hinaus Mechanismen einzuführen, die solch massive Wahlfälschungen, wie sie in der Vergangenheit in Zimbabwe üblich waren, unmöglich zu machen.

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