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Neuer Präsident in Zimbabwe : Mnangagwa verspricht Entschädigung weißer Farmer

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Emmerson Mnangagwa verspricht weißen Farmern eine Entschädigung für ihre Enteignung. Bild: dpa

Nach seiner Vereidigung als neuer Präsident von Zimbabwe hat Emmerson Mnangagwa erste Ziele seiner Politik vorgestellt. Korruption soll bekämpft und die Armut verringert werden.

          Der neue zimbabwische Präsident Emmerson Mnangagwa hat angekündigt, die unter seinem Vorgänger Robert Mugabe enteigneten weißen Farmer zu entschädigen. „Meine Regierung verpflichtet sich, diese Farmer, deren Grundstücke beschlagnahmt wurden, zu entschädigen“, sagte Mnangagwa am Freitag nach seiner Vereidigung in der Hauptstadt Harare.

          Im Jahr 2000 hatte eine Enteignungswelle begonnen, während der mehr als 4000 der 4500 weißen Farmer des Landes mit Unterstützung des Staates enteignet wurden. Offizielles Ziel war es, aus der Kolonialzeit resultierende Ungerechtigkeiten zu beenden. Nach Angaben von Kritikern profitierten jedoch vor allem Mugabe-Anhänger von der Umverteilung. Die landwirtschaftliche Produktion des südafrikanischen Landes brach zusammen.

          In seiner Antrittsrede würdigte Mnangagwa seinen umstrittenen Vorgänger, dem er als Vize-Präsident gedient hatte, als „Vater der Nation“. Armut und Korruption im Land sagte er den Kampf an. „Wir werden Jobs für unsere Jugend schaffen und die Armut für die gesamte Bevölkerung verringern“, versprach der neue Amtsinhaber. Die Korruption müsse „sofort aufhören“. Wo es Korruption gebe, müsse diese schnell geahndet werden.

          Zuvor hatte der 75 Jahre alte Mnangagwa vor zehntausenden jubelnden Menschen bei einer Zeremonie im Nationalstation in der Hauptstadt Harare den Amtseid abgelegt. Der 93 Jahre alte Mugabe war am Dienstag unter massivem Druck zurückgetreten, nachdem die Armee ihn entmachtet und unter Hausarrest gestellt hatte. Mugabe hatte Zimbabwe 37 Jahre mit harter Hand und zunehmend autokratisch regiert.

          Mnangagwa gehört seit Jahrzehnten zur politischen Elite des Landes im südlichen Afrika. Er war lange Mugabes rechte Hand. Er hat den Zimbabwern versprochen, sich für Wirtschaftswachstum und demokratische Reformen einzusetzen. Mnangagwa soll das Land bis zu den für nächstes Jahr geplanten Wahlen führen.

          Der 93 Jahre alte Mugabe war am Dienstag unter erheblichem Druck nach 37 Jahren Herrschaft zurückgetreten. Damit kam er einer Amtsenthebung durch das Parlament zuvor. Vergangene Woche hatte das eng mit Mnangagwa verbundene Militär die Macht in dem Land im südlichen Afrika übernommen. Die Armee hatte ihn entmachtet, nachdem der greise Präsident seinen Stellvertreter Mnangagwa entlassen hatte, um seine Frau Grace zu seiner designierten Nachfolgerin zu machen.

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