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Prozess gegen Manafort : Zeuge belastet Trumps früheren Wahlkampfchef

  • Aktualisiert am

Belastet: Rick Gates Bild: AFP

Er habe Paul Manafort geholfen, Millionen Dollar vor den Behörden zu verstecken berichtet dessen ehemaliger Geschäftspartner Rick Gates. Außerdem habe er diesen auch noch betrogen.

          2 Min.

          Im Prozess gegen den früheren Wahlkampfleiter des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, Paul Manafort, hat dessen ehemaliger Geschäftspartner Rick Gates den Angeklagten schwer belastet. Auf die Frage des Staatsanwalts, ob er gemeinsam mit Manafort Straftaten begangen habe, antwortete Gates vor dem Gericht in Alexandria im Bundesstaat Virginia am Montag mit „Ja“. Manafort steht wegen mutmaßlichen Bank- und Steuerbetrugs vor Gericht, um die Russland-Affäre geht es in dem Verfahren nicht.

          Gates sagte vor Gericht, er habe gemeinsam mit Manafort Millionen Dollar auf ausländischen Konten versteckt, um den Steuerbehörden zu entgehen. Er habe Manafort dabei geholfen, falsche Steuererklärungen einzureichen und die Existenz von 15 Bankkonten in Zypern und anderen Ländern geheimzuhalten, erklärte der 46 Jahre alte Gates. Die Geheimhaltung sei auf Anweisung Manaforts erfolgt.

          Er selbst habe in den Jahren ihrer Zusammenarbeit mithilfe gefälschter Spesenabrechnungen zudem „hunderttausende“ Dollar von Manafort gestohlen, sagte Gates, der der wichtigste Zeuge der Anklage ist.

          Gates hatte sich im Februar im Gegenzug für eine mildere Gefängnisstrafe in zwei Anklagepunkten schuldig bekannt und sich zur Kooperation mit den Ermittlern bereit erklärt. Den vollbesetzten Gerichtssaal in Alexandria betrat er am Montag mit blauem Anzug und goldener Krawatte. Augenkontakt mit Manafort versuchte er zu vermeiden.

          Der Prozess gegen Manafort hatte in der vergangenen Woche begonnen. In dem Verfahren vor dem Bundesgericht in Alexandria geht es um Manaforts Aktivitäten vor dessen Eintritt in Trumps Wahlkampfteam.

          Manafort wird vorgeworfen, Millioneneinnahmen aus seiner Beratertätigkeit für russlandfreundliche Politiker in der Ukraine, darunter der 2014 gestürzte Staatschef Viktor Janukowitsch, auf ausländischen Konten vor den Behörden verborgen zu haben. Der Prozess ist der bislang erste, der durch die Untersuchungen des Sonderermittlers Robert Mueller zustande gekommen ist.

          In dem Ermittlungen Muellers geht es schwerpunktmäßig um mutmaßliche russische Einmischungen zugunsten Trumps in den Präsidentschaftswahlkampf sowie den Verdacht einer möglichen Verwicklung von Trump-Mitarbeitern in diese Interventionen. Die Ermittlungen haben bislang zu Anklageerhebungen gegen 31 Verdächtige geführt, darunter neben Manafort und Gates noch zwei frühere Trump-Mitarbeiter und 26 Russen.

          Um den von Mueller untersuchten Vorwurf illegaler Absprachen mit Moskau geht es in dem Verfahren gegen Manafort nicht. Trotzdem wird es von Politik und Medien mit Spannung verfolgt.

          Manafort ist der einzige der vier Angeklagten aus Trumps Wahlkampfteam, der nicht mit den Sonderermittlern kooperiert. Neben Gates arbeiten auch der frühere Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn und der ehemalige außenpolitische Wahlkampfberater George Papadopoulos mit den Ermittlern zusammen.

          Der 69 Jahre alte Manafort war im Juni 2016 zu Trumps Wahlkampfleiter ernannt worden. Zwei Monate später musste er den Posten wieder abgeben, nachdem Vorwürfe laut geworden waren, er habe mehr als zwölf Millionen Dollar von der Janukowitsch-Partei erhalten. Manafort bekannte sich in allen Anklagepunkten nicht schuldig. Beobachter vermuten, dass er im Falle einer Verurteilung auf eine Begnadigung durch Präsident Trump hofft.

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