https://www.faz.net/-gpf-9nvju

Johnson gilt als Favorit : Zehn Tory-Politiker für Nachfolge von Theresa May nominiert

  • Aktualisiert am

Nachfolgekandidatin Esther McVey am Pfingstmontag in London auf dem Weg zu einem Treffen zum Thema Brexit Bild: dpa

Sam Gyimah, der frühere Hochschul-Staatssekretär hat es nicht geschafft. Alle anderen zehn Kandidaten sind nominiert für die Nachfolge von Theresa May. Die Kür soll Ende Juli abgeschlossen sein.

          Insgesamt zehn von elf Kandidaten sind für die Nachfolge der britischen Premierministerin Theresa May nominiert. Das teilte ein Komitee der regierenden Konservativen Partei am Montag in London mit. Wer von ihnen tatsächlich neuer Parteichef und damit auch Premierminister wird, soll erst Ende Juli feststehen.

          Als Favorit gilt der umstrittene Ex-Außenminister Boris Johnson. Viele trauen ihm zu, enttäuschte Brexit-Wähler, die sich von den Konservativen abgewendet haben, zurückzugewinnen.

          Mit neuen Plänen sorgte der Brexit-Hardliner sogleich wieder für Aufsehen. Johnson kündigte an, die vereinbarte Schlussrechnung für den EU-Ausstieg in Höhe von 39 Milliarden Pfund (rund 44 Milliarden Euro) vorerst zu stoppen. Auch eine deutliche Senkung der Einkommenssteuer für gut verdienende Briten stellte er in Aussicht. Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon nannte die Pläne des Brexit-Hardliners eine „Horrorshow“.

          Nominiert sind ebenfalls Außenminister Jeremy Hunt, Umweltminister Michael Gove, der frühere Brexit-Minister Dominic Raab, Innenminister Sajid Javid, Gesundheitsminister Matt Hancock, Entwicklungshilfeminister Rory Stewart, die frühere Ministerin für Parlamentsfragen Andrea Leadsom, Ex-Arbeitsministerin Esther McVey und der EU-freundliche Abgeordnete Mark Harper.

          Jeder Kandidat brauchte die Unterstützung von mindestens acht Abgeordneten. Nur der frühere Hochschul-Staatssekretär Sam Gyimah hatte diese Hürde nicht geschafft.

          Bilderstrecke

          Vor allem Hunt könnte Johnson noch gefährlich werden. Die Aussichten für Gove, May beerben zu können, dürften sich hingegen verschlechtert haben: Er gab am Wochenende zu, vor mehr als 20 Jahren mehrmals Kokain konsumiert zu haben - und wurde dafür von verschiedenen Seiten scharf kritisiert. Er selbst sprach von einem großen Fehler.

          Weitere Themen

          Wer ist Boris Johnson? Video-Seite öffnen

          Schillernd und umstritten : Wer ist Boris Johnson?

          Der wirre Haarschopf ist unverkennbar: Boris Johnson liebt den großen Auftritt. Der Brexit-Hardliner ist eine der schillerndsten und umstrittensten Persönlichkeiten der britischen Politik.

          „Er wird großartig sein!“

          Reaktionen auf Johnson-Wahl : „Er wird großartig sein!“

          Boris Johnson ist mit 66,4 Prozent der Stimmen zum neuen Tory-Chef gewählt und wird damit auch neuer britischer Premierminister. Trump gratuliert mit einer Twitter-Botschaft – und Labour-Chef Corbyn fordert Neuwahlen.

          Topmeldungen

          Johnson neuer Tory-Chef : Kein Anlass für Optimismus

          Die Konservativen haben Boris Johnson zum Tory-Vorsitzenden und damit zum nächsten Premier gekürt. Der hat die Emotionen seiner Parteimitglieder perfekt bedient. Die Zukunft des Landes hat bei der Entscheidung eine untergeordnete Rolle gespielt.
          Laut Sebastian Kurz habe es sich bei der Datenvernichtung um einen „normalen Vorgang“ gehandelt.

          Datenträger geschreddert : Kurz und der Reißwolf

          Der damalige österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz ließ nach dem Platzen der Koalition mit der rechten FPÖ durch einen Mitarbeiter inkognito Daten vernichten. Warum?

          Bayern München : Ein Plädoyer für Manuel Neuer

          Nach WM-Desaster und Blessuren kamen an der Unantastbarkeit Zweifel auf. Nun hat Manuel Neuer seine alte Klasse wiedergefunden. Vor dem Saisonstart lobt sich der Torwart. Und Trainer Niko Kovac stellt eine Forderung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.