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Zehn Jahre Arabellion : Zombies in Ruinen

Libyens Diktator Gaddafi gestürzt: Jubel in den Straßen von Tripolis im August 2011 Bild: Daniel Pilar

In Tunesien fing der Volksaufstand gegen Gewaltherrscher, Korruption und Elend an. Doch zehn Jahre nach dem Beginn der Arabellion ist die arabische Welt in einem trostlosen Zustand. Trotzdem war das Aufbegehren nicht vergebens.

          7 Min.

          Die Zeichen stehen auf Zerfall. Syrien ist zerstört und ausgeblutet, der Jemen bitterarm und von Krieg geschunden, Libyen gezeichnet von Jahren des Chaos, bewaffneter Machtkämpfe und Milizenherrschaft. In Ägypten erzwingt ein paranoides und mörderisches Militärregime Friedhofsruhe. Der Libanon, wo Millionen syrischer Flüchtlinge ausharren, bricht zusammen. Der Irak steckt in einer Krise, die eine noch größere zerstörerische Kraft entfesseln könnte.

          Christoph Ehrhardt
          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.
          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

          Die Zukunft erscheint noch düsterer als die Gegenwart: Boomende Bevölkerungszahlen treffen auf Wirtschaften im Niedergang, in denen die wenigsten Arbeit finden. Ausgezehrte und zerrüttete Gesellschaften treffen auf waffenstarrende Eliten, die sich an ihre Macht klammern und den Ausweg aus der Misere versperren. Ein Sinnbild des fortschreitenden Niedergangs ist das zerborstene Getreidesilo, das in der libanesischen Hauptstadt Beirut wie ein Mahnmal aus dem verwüsteten Hafengelände ragt. Eine gewaltige Explosion, die das Ergebnis von Arroganz und Gleichgültigkeit der Mächtigen war, hat hier die Selbstzerstörung im Zeitraffer vollzogen.

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