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Andreas Ross (anr.)

Zarif beim G-7-Gipfel : Eine enorme Aufwertung

  • -Aktualisiert am

Der iranische Außenminister Dschawad Zarif ist am Sonntagnachmittag völlig überraschend zu Verhandlungen beim G-7-Gipfel in Biarritz eingetroffen. Bild: dpa

Dass Irans Außenminister in Biarritz Gespräche führen kann, ist für das Regime ein Erfolg. Doch die Basis für Fortschritte bei den Verhandlungen ist dünn – auch wenn alle am G-7-Tisch sagen, sie strebten eine Deeskalation am Golf an.

          Für das iranische Regime bedeutet es eine enorme Aufwertung, dass Außenminister Dschawad Zarif Gespräche in Biarritz führen konnte, gleichsam in der Höhle der globalen Löwen. Denn es war nicht mehr als eine diplomatische Spitzfindigkeit, dass der Elysée-Palast kurz nach der Landung des iranischen Regierungsflugzeugs beteuerte, Zarif spreche auf dem G-7-Gipfel nur mit Außenminister Le Drian; Macron stieß später dazu.

          Der Präsident leitete den ersten G-7-Gipfel, der sich von vornherein um den Versuch drückte, in einer Abschlusserklärung Einigkeit zu demonstrieren. Wie zum Ausgleich wollte sich der Franzose wohl ein G-7-Mandat für Verhandlungen mit Teheran besorgen. Alle am G-7-Tisch sagen, sie strebten eine Deeskalation am Golf an und wollten verhindern, dass Iran je Atomwaffen erlangt.

          Doch das ist eine zu dünne Basis für einen Verhandlungserfolg, solange der Atompakt zwischen Amerika und Europa heftig umstritten bleibt und Präsident Trump darauf beharrt, die Sache auf seine Art zu regeln. Was hat Zarif Macron versprochen, als sie sich vor wenigen Tagen trafen?

          Andreas Ross

          Redakteur in der Politik.

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