https://www.faz.net/-gpf-8owjj

Irak : IS bekennt sich zu Anschlag in Bagdad

  • Aktualisiert am

Ziel des Anschlags war ein beliebter Markt im Zentrum Bagdads. Bild: dpa

Zwei Selbstmordattentäter haben in einem beliebten Einkaufsviertel von Bagdad Dutzende Menschen getötet. Der „Islamische Staat“ spricht von einem Angriff seiner „Ritter“.

          1 Min.

          Bei einem Doppelanschlag im Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad sind nach Angaben aus dem Innenministerium mindestens 24 Zivilisten getötet und 39 verletzt worden. Zwei Selbstmordattentäter hätten sich in einem beliebten Einkaufsviertel mitten in der Stadt nacheinander in die Luft gesprengt, sagte ein Sprecher der Sicherheitskräfte. Jeden Tag kommen Tausende Menschen in das Marktviertel am Rande des Flusses Tigris. Durch die Explosionen gerieten mehrere Läden in Brand.

          Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) veröffentlichte in einer Meldung im Internet die beiden Namen der Attentäter und sprach davon, dass zwei „Ritter“ in einem Selbstmordeinsatz ein überwiegend von Schiiten belebtes Viertel angegriffen hätten. Die sunnitische Terrormiliz sieht die Schiiten als vom islamischen Glauben Abtrünnige an. Der IS hatte in der Vergangenheit bereits zahlreiche Anschläge im ganzen Land verübt. Zumeist richten sie sich gegen Sicherheitskräfte oder mehrheitlich von Schiiten bewohnte Stadtviertel.

          Irak : Viele Tote bei Bombenanschlägen in Bagdad

          Die Explosionen ereigneten sich, kurz nachdem die irakische Armee die nächste Phase der Rückeroberung der IS-Hochburg Mossul begonnen hatte. Die Streitkräfte versuchen derzeit, den IS aus der Millionenstadt im Norden des Landes zu vertreiben.

          Weiterer Anschlag konnte verhindert werden

          Aufgrund der Feierlichkeiten zum neuen Jahr sind die Sicherheitsvorkehrungen in der irakischen Hauptstadt besonders hoch. Bewaffnete Sicherheitskräfte überwachen die größten Straßen, Hotels, Marktplätze und Einkaufszentren.

          In einem überwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteil im Norden Bagdads verhinderten die Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben am Samstag einen weiteren Anschlag. „Aufgrund von Geheimdienstinformationen konnten irakische Kräfte ein mit einer Bombe ausgestattetes Auto ausfindig machen“, hieß es in einer Mitteilung der Sicherheitskräfte. Das Fahrzeug sollte den Angaben zufolge im Stadtteil Kadhimia explodieren. Den Sicherheitskräften sei es gelungen, das Auto vorzeitig in die Luft zu sprengen. Dabei seien die beiden mutmaßlichen Attentäter getötet worden.

          Der Irak erlebte im vergangenen Jahr zahlreiche blutige Anschläge, bei denen Hunderte Menschen getötet wurden. Die Sicherheitslage ist extrem fragil. Die Terrormiliz Islamischer Staat wurde auch mit Hilfe schiitischer Milizen und amerikanischer Luftunterstützung von den Streitkräften aus vielen Städten vertrieben und ist in ihrer letzten verbliebenen Bastion Mossul umzingelt. Allerdings führen die Dschihadisten immer wieder schwere Selbstmordanschläge durch.

          Weitere Themen

          Die Gesetze macht immer noch der Gesetzgeber

          Corona-Kompetenzen : Die Gesetze macht immer noch der Gesetzgeber

          Beim Streit über die Kompetenzen des Bundestages geht es um mehr als nur um Formalitäten. Die Debatte ist auch eine Abrechnung mit der Art, wie die Corona-Politik bisher zustande gekommen ist.

          Wieso die Jugend aufbegehrt Video-Seite öffnen

          Massenproteste in Nigeria : Wieso die Jugend aufbegehrt

          In Nigeria spitzt sich die Lage weiter zu: Die Jugend fordert Fortschritt, sozialen Wandel und ein Ende der Polizeigewalt. Doch die Regierung setzt den Protesten schwere Maßnahmen entgegen.

          Topmeldungen

          Abgeordnete im Deutschen Bundestag

          Corona-Kompetenzen : Die Gesetze macht immer noch der Gesetzgeber

          Beim Streit über die Kompetenzen des Bundestages geht es um mehr als nur um Formalitäten. Die Debatte ist auch eine Abrechnung mit der Art, wie die Corona-Politik bisher zustande gekommen ist.
          Schönau am Königssee: Alle Touristen mussten den Landkreis Berchtesgadener Land bis zum Beginn des Lockdowns verlassen. (Archivbild)

          Lockdown am Königssee : Jetzt ist auch für den Tourismus Schluss

          2500 Gäste mussten bis 14 Uhr den Landkreis Berchtesgadener Land verlassen. Bergbahnen und Ausflugsschiffe stehen still. Bei den Einheimischen macht sich Wut breit – über all jene, die den Lockdown durch ihr sorgloses Verhalten provoziert haben.
          Ein Kühlschrank mit kostenlosen Lebensmitteln im Stadtteil Brooklyn.

          Lebensmittelversorgung : Von New Yorkern für New Yorker

          In New York stehen auf den Bürgersteigen Kühlschränke mit kostenlosen Lebensmitteln. In Zeiten der Corona-Krise ist die Nachfrage danach immens. Das Konzept ist unkomplizierter als die Tafeln.
          Netflix: Keine besonders guten Zahlen für die Kalfornier

          Weniger Neukunden als erwartet : Corona-Kater für Netflix

          Netflix hat zwar weiter Neukunden während der Corona-Krise gewinnen können, doch die eigene Prognose wurde verfehlt. Auch für die Zukunft plant das kalifornische Unternehmen vorsichtig. Die Aktie sank.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.