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Drogenkrieg : Zahl der Verschwundenen in Mexiko überschreitet 100.000

  • Aktualisiert am

Mexiko-Stadt: Menschen protestieren zum Muttertag während des „Marsches der Mütter von Verschwundenen“. Bild: dpa

Die Gewalt in Mexiko hat erschreckende Ausmaße angenommen. Im vergangenen Jahr gab es im Schnitt 94 Morde pro Tag, noch mehr Menschen verschwanden spurlos. Fast immer steckt das organisierte Verbrechen dahinter.

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          In Mexiko werden inzwischen mehr als 100.000 Menschen vermisst. Die Zahl im Nationalregister verschwundener Personen des mexikanischen Innenministeriums, die ständig aktualisiert wird, überstieg am Montag erstmals diese Marke. Dies spiegelt die Gewalt wider, die das nordamerikanische Land im sogenannten Drogenkrieg seit 2006 erlebt. Diesem sind seitdem nach Schätzungen mehr als 350.000 Menschen zum Opfer gefallen. Im vergangenen Jahr gab es in Mexiko im Schnitt 94 Morde pro Tag.

          „Das organisierte Verbrechen ist zu einem der Hauptverursacher des Verschwindenlassens von Personen in Mexiko geworden, mit einem unterschiedlichen Maß an Beteiligung, Duldung oder Unterlassung seitens öffentlicher Bediensteter“, hieß es im April in einem Bericht des UN-Komitees gegen das Verschwindenlassen. Angesichts der „fast absoluten Straflosigkeit“ in dem lateinamerikanischen Land sei dies ein perfektes Verbrechen.

          Sehr hohe Dunkelziffer

          Zu den Opfern zählten unter anderem Aktivisten, Journalisten und Migranten. Das Verschwindenlassen nehme in Mexiko alarmierend zu, besonders bei Jugendlichen und Frauen. Am meisten betroffen seien allerdings Männer zwischen 15 und 40 Jahren.

          Nach Angaben von Organisationen, die nach Verschwundenen suchen, erstatten viele Familien wegen Missvertrauens gegen die Behörden keine Anzeige, wenn sie Angehörige vermissen. Die wahre Zahl der Verschwundenen sei daher noch weit höher als die offizielle.

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