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Wegen Corona : Zahl der Asylanträge drastisch gesunken

  • Aktualisiert am

Weniger Asylbewerber: Erstaufnahmestelle in Suhl (Thüringen), Bild aus dem Jahr 2016 Bild: dpa

Wegen der Schließung der EU-Außengrenzen ist die Zahl der Asylanträge im April stark gesunken. Gegenüber Februar wurde ein Rückgang um 86 Prozent verzeichnet.

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          Die Zahl der Asylanträge in Europa ist im April angesichts der Grenzschließungen wegen der Corona-Pandemie auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahrzehnt gefallen. Einer Statistik des Europäischen Asylhilfsbüros zufolge wurden im April noch 8730 Anträge gestellt. Dies ist ein Rückgang von 86 Prozent gegenüber dem Februar, als bei den Behörden noch 61.421 Asylgesuche eingingen. Die EU hatte wegen der Ausbreitung des Coronavirus im März ihre Außengrenzen geschlossen. Viele der 27 Mitgliedstaaten setzten auch die Registrierung von Asylanträgen aus.

          „Es ist klar, dass der Zugang potentieller Asylbewerber in den vergangenen Monaten massiv eingeschränkt war, vor allem zu Beginn“, sagte die Leiterin der EU-Behörde, Nina Gregori, der Nachrichtenagentur Reuters. „Die Situation der Asylbedürftigen ist seither zweifellos sehr herausfordernd. Während sie ohnehin schon auf der Flucht vor Gewalt und Verfolgung sind, hat die Covid-19-Krise ihre Lage sicher noch verschlimmert.“ Die meisten Asylanträge im April kamen von Syrern, danach folgen Afghane, Venezolaner und Kolumbianer.

          Unterdessen haben sich sieben osteuropäische Innenminister in einem Brief an die EU-Kommission gegen feste Flüchtlingsquoten ausgesprochen. Die EU-Kommission bestätigte den Eingang des Briefes am Dienstagabend. Unterzeichnet sei das Schreiben von den Innenministern der Tschechischen Republik, Ungarns, Polens, Estlands, Lettlands, Sloweniens und der Slowakei, so ein Kommissions-Sprecher. Eine Antwort werde zu gegebener Zeit versandt.

          Die EU-Kommission will in den kommenden Wochen einen neuen Vorschlag für die Reform des europäischen Asylsystems machen, einen „Pakt für Migration und Asyl“. Derzeit laufen dazu Gespräche mit den EU-Mitgliedstaaten. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte im April geurteilt, dass Polen, Ungarn und die Tschechische Republik in der Flüchtlingskrise 2015 gegen EU-Recht verstoßen hätten, weil sie sich weigerten Asylbewerber aus Griechenland und Italien aufzunehmen.

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