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Parteigeburtstag in China : Eine Mauer aus Stahl

  • -Aktualisiert am

Im Mao-Anzug: Xi Jinping bei seiner Festansprache in Peking Bild: EPA

Die Menschen in China haben viel geleistet und erreicht. Staatschef Xi Jinping reklamiert das alles als Verdienst der Kommunistischen Partei und offenbart eine bedenkliche Wagenburgmentalität.

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          Wenn Xi Jinping im Jahre 1978, als sich die Volksrepublik China wirtschaftlich zu öffnen begann, schon Parteichef gewesen wäre, müsste die Welt heute weniger Sorge vor China haben. Dann wären nämlich viele Veränderungen, die das Land stärker gemacht haben, aus ideologischer Verblendung nicht in Gang gesetzt worden.

          Deshalb ist vieles von dem, was Xi am angeblichen Gründungstag der Kommunistischen Partei als deren Verdienst reklamierte, in Wirklichkeit dem Fleiß und der Improvisationskunst der Menschen in China zuzuschreiben.

          Nicht vergessen darf man in diesem Zusammenhang auch den heute gern verteufelten Westen. Chinas Kommunisten wurden von Wirtschaft und Politik im westlichen Ausland über viele Jahre hofiert, aus politischen (Gegengewicht zur Sowjetunion) und ökonomischen (riesiger Markt) Motiven. Es ist also nicht zuletzt westlichem Unternehmergeist zu verdanken, dass der chinesische Unternehmergeist wieder erweckt worden ist.

          Vieles von dem, was erreicht worden ist, stellt Xi Jinping mit seiner Wagenburgmentalität wieder in Frage. China ist stark, da hat er recht. Aber auch ein starkes China kann auf Dauer nicht ohne Partner reüssieren. Partnerschaft allerdings verlangt von beiden Seiten den Willen und die Fähigkeit, auch einmal Kompromisse einzugehen. Eine „Mauer aus Stahl“, wie Xi sie beschwor, ist ganz sicher keine Lösung.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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