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Überwindung der Corona-Krise : Pekings Selbstlob

  • -Aktualisiert am

Lob vom Führer: Xi Jinping zeichnet „Corona-Helden“ aus Bild: AFP

Die Corona-Pandemie nahm ihren Ursprung in China. Das ist für Staatschef Xi Jinping aber kein Thema mehr. Er preist sein Gesellschaftsmodell als Vorbild für die Welt an. Er könnte zumindest teilweise Gehör finden.

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          Wenn man sich daran erinnert, dass das Coronavirus, das die Welt in Atem hält, seinen Siegeszug in China begonnen hat, riskiert Staats- und Parteichef Xi Jinping eine ziemlich dicke Lippe. Nicht nur lobt er die Krisenbewältigung im eigenen Land über den grünen Klee. Er ruft das chinesische Modell auch zum Vorbild für den Rest der Welt aus.

          Xi handelt aus seiner Perspektive konsequent. China will die Gunst der Stunde nutzen, um seine Weltmachtansprüche weiter voranzutreiben. Sehr viele andere Staaten sind wegen der Pandemie mit inneren Problemen beschäftigt, die sich nicht zuletzt in Wirtschaftskrisen äußern.

          Dass das Ansehen Pekings in Nordamerika und Europa während der Krise nicht gerade größer geworden ist, glaubt Xi verschmerzen zu können. Hier setzt er auf die Wirtschaftskraft seines Landes, die zumindest in der Propaganda stetig wächst.

          Die für Xi wichtigeren Zielgruppen seines Selbstlobs sind aber wohl die Entwicklungs- und Schwellenländer. Deren Herrscher sind es leid, sich von Demokratien Vorschriften über vorbildliches Regieren machen zu lassen. Darüber hinaus geben viele Demokratien, an der Spitze die amerikanische, zur Zeit nicht gerade ein überzeugendes Bild ab.

          Sie haben allerdings einen Vorteil, der sie haushoch über die chinesische Diktatur erhebt: Regierungen können durch Wahl abgelöst werden. Nächste Gelegenheit: 3. November.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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