https://www.faz.net/-gpf-8k5yv

Würzburg und Ansbach : Attentäter hatten „seit einigen Wochen“ Kontakt zum IS

  • -Aktualisiert am

Polizeibeamte sichern den Ort der Explosion in Ansbach. Bild: Reuters

Deutsche Ermittler arbeiten wegen der Anschläge in Ansbach und Würzburg eng mit Saudi-Arabien zusammen. Gegenüber der F.A.Z. bestätigt der Botschafter des Landes, dass einer der Attentäter über eine saudische Nummer Kontakt zum IS hatte.

          1 Min.

          Saudi-Arabien hat bestätigt, dass einer der beiden Männer, die kürzlich ein islamistisch motiviertes Attentat in Deutschland verübten, mit Hilfe einer saudischen Telefonnummer Kontakte in den Nahen Osten unterhielt. Offenbar ist es der syrische Täter, der sich in Ansbach mit einem Sprengsatz tötete. Doch habe der Kontaktmann des Attentäters nicht von Saudi-Arabien aus gehandelt, sagte der saudische Botschafter in Deutschland, Awwad Alawwad, der F.A.Z..

          Eckart Lohse

          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Vielmehr habe sein Land klare Belege, dass die Kontaktperson sich in der vom  „Islamischen Staat“ (IS) kontrollierten Region aufhalte. Die saudische Nummer wurde nicht zu Telefonaten genutzt. Ein Sprecher des saudischen Innenministeriums teilte mit, einer der Attentäter habe in Kontakt zu einem IS-Anhänger gestanden, der sich mit einer saudischen Nummer in einem sozialen Netzwerk registriert habe. Der zweite Attentäter hat nach saudischen Angaben „keinerlei Verbindungen nach Saudi-Arabien“ gehabt. Unterdessen wird immer deutlicher, dass die beiden Täter sich nicht in kürzester Zeit radikalisiert haben, sondern schon länger Kontakt zu Islamisten hatten. In deutschen Sicherheitskreisen hieß es, ein Kontakt zum IS habe „mindestens seit einigen Wochen“ bestanden.

          Die saudische Seite bezieht sich auf gemeinsame Ermittlungen mit den deutschen Behörden. Der Botschafter in Berlin sagte, man habe auf allen Ebenen Informationen ausgetauscht. Das gelte nicht nur für die Anschläge in Ansbach und Würzburg. Durch die Identifikation Verdächtiger und das Erkennen möglicher Gefährdungen wolle man zu einer Erhöhung der Sicherheit in Europa beitragen. Dem Vernehmen nach gab es seit den beiden Anschlägen in Bayern bereits drei Treffen saudischer mit deutschen Verantwortlichen. Besonders eng soll der Kontakt zwischen dem saudischen Inlandsgeheimdienst und dem Bundesamt für Verfassungsschutz  sein. In den vorigen sechs Monaten wurde er offenbar deutlich verstärkt.

          Bereits Ende der vorigen Woche war aus deutschen Sicherheitskreisen verlautbart, dass im Zusammenhang mit den Attentaten von Ansbach und Würzburg eine saudische Nummer eine Rolle gespielt hat. Saudi-Arabien hatte auffallend schnell reagiert und sofort seine Bereitschaft zur engen Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden mitgeteilt. Im saudischen Innenministerium hieß es, man wolle möglichst rasch die Hintergründe der Taten herausfinden.

          Weitere Themen

          Das fehlende Bindeglied

          Ukraine-Affäre und Impeachment : Das fehlende Bindeglied

          Trumps Verteidiger fordern im Impeachment-Prozess Beweise. Da gelangen Teile von Boltons Buchmanuskript an die Öffentlichkeit und bringen Trump in Bedrängnis. Das Weiße Haus reagiert umgehend.

          Topmeldungen

          Holocaust-Gedenken in London am Montag

          Holocaust-Gedenken : Die unerträgliche Rückkehr des Antisemitismus

          Kokett kommt der Antisemitismus in unserer Gesellschaft wieder daher und entlädt sich mit mörderischem Hass. In vielen Ländern steigt die Zahl judenfeindlicher Straftaten – das ist die traurige Wahrheit.
          Viel zu erzählen: Bolton, Pompeo und Trump im Oval Office im Februar 2019

          Ukraine-Affäre und Impeachment : Das fehlende Bindeglied

          Trumps Verteidiger fordern im Impeachment-Prozess Beweise. Da gelangen Teile von Boltons Buchmanuskript an die Öffentlichkeit und bringen Trump in Bedrängnis. Das Weiße Haus reagiert umgehend.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.