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Wohnungsknappheit : Warum Österreich kein Mieterparadies ist

  • -Aktualisiert am

Gelungenes Beispiel? Der Karl-Marx-Hof, eine kommunale Wohnanlage in Wien-Döbling. Bild: Picture-Alliance

Vor allem die Hauptstadt Wien wird in der Debatte um bezahlbaren Wohnraum immer wieder als Vorbild genannt. Dabei steigen die Mieten dort besonders kräftig – und die starke Regulierung verschärft die Wohnungsknappheit noch.

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          Gerade in attraktiven Lagen von Großstädten wie Berlin, London oder Paris steigen die Mieten. Das hat vielerorts eine Debatte um bezahlbaren Wohnraum und entsprechende politische Maßnahmen ausgelöst. Hiervon zeugen unter anderem die vom deutschen Bundestag beschlossene Verschärfung der "Mietpreisbremse", die nach dem Willen von Union und SPD nun bis zum Jahr 2025 verlängert werden soll, der jüngst von der rot-rot-grünen Regierung in Berlin eingebrachte "Mietendeckel" oder die Diskussion um die Enteignung großer privater Wohnungsgesellschaften - ebenfalls in Berlin.

          Was an der öffentlichen Debatte in Deutschland auffällt, ist, dass häufig Österreich und vor allem Wien als beispielhaft für eine gelungene Wohnungspolitik genannt und als "Wohnwunder" oder "Mieterparadies" bezeichnet werden. Eine besondere Rolle spielen dabei große kommunale Wohnanlagen wie der Karl-Marx-Hof in Wien-Döbling. Dies verfängt auch in der Politik: So wollen sich zum Beispiel die Münchner Grünen bei ihrer Wohnungspolitik ein Vorbild an Wien nehmen, und auch der kommissarische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel informierte sich bei einem Vor-Ort-Besuch, um vom Wiener Modell für Deutschland zu lernen. Die aktuelle Verfassung und Struktur des Wohnungsmarkts in Österreich und Wien scheint allerdings wenig bekannt zu sein.

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