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Chinas Vertuschungspolitik : Woher kam das Virus?

Abschied aus Wuhan: Mitarbeiter des Peking Union Medical College kehren nach getaner Arbeit in die Hauptstadt zurück. Bild: dpa

Woher kam das Coronavirus wirklich? Peking mauert. Und nicht nur Donald Trump hat einen Verdacht.

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          Die Hypothese, ein Labor in Wuhan stehe am Anfang der Kette der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus, ist schon einige Zeit auf dem Markt. Die meisten Forscher gehen von einer natürlichen Herkunft aus; auch die amerikanischen Geheimdienste neigen dieser Auffassung zu. Die Regierung Trump hegt Zweifel: Sie will sich selbst Klarheit verschaffen und verlangt Aufklärung von der chinesischen Führung. Die lässt dementieren.

          Doch das reicht nicht; das Ausmaß der Vertuschung, nachdem die Epidemie in Wuhan ausgebrochen war, ist hinreichend dokumentiert. Was, wenn Forscher dort tatsächlich an einem Virus gearbeitet hätten – zu welchem Zweck auch immer – und dieses sich selbständig gemacht hätte mit den bekannt furchtbaren Folgen? Das kann man sich kaum vorstellen.

          Ja, das klingt nach Katastrophenfilm und nach Verschwörungstheorie. Ja, Präsident Trump ist bekannt dafür, Sündenböcke zu suchen, um sich aus der Verantwortung zu stehlen. Aber in Washington fordern auch Leute Klarheit, die nicht im Ruf stehen, nur die Worte des Meisters nachzubeten. Peking muss sein Wissen allen zugängig machen, darf nichts verschleiern und keine Informationen zurückhalten.

          Denn davon hängt das Leben Zigtausender Menschen jetzt und in der Zukunft ab; von der Glaubwürdigkeit Chinas mal abgesehen. Es ist ohnehin reichlich selbstgefällig, sich für Erfolge im Kampf gegen Covid-19 im Land feiern zu lassen – eine Krankheit, die dort ihren Ausgang nahm und die die Welt in den Abgrund blicken lässt.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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