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Folgen der Ukraine-Invasion : Kriege im Schatten von Putins Krieg

Grenzkämpfe:Kirgisische Soldaten tragen einen Sarg mit dem Leichnam eines getöteten Kameraden. Bild: dpa

Die jüngsten Eskalationen im Südkaukasus und in Zentralasien zeigen: Russland riskiert seine Rolle als Ordnungsmacht im postsowjetischen Raum.

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          Im Ukrainekrieg versucht Russland jetzt, mit „Referenden“ über den Anschluss der besetzten Gebiete das Eroberte zu konsolidieren und Entschlossenheit zu vermitteln. Doch wirken Ansehen und Einfluss des Landes auch im postsowjetischen Raum, den Präsident Wladimir Putin als Einflusssphäre sieht, erschüttert. Je länger der Krieg Russlands militärische und politische Kräfte bindet und verringert, desto schwächer erscheint die ohnehin durch China und die Türkei herausgeforderte Rolle des Landes als Ordnungsmacht in der Region.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Seit sich russische Truppen aus weiten Teilen des ukrainischen Gebiets Charkiw zurückgezogen haben, angeblich gar „in Panik“ flohen, sind zwei alte Konflikte zwischen früheren Sowjetrepubliken in neue Eskalationsrunden gegangen. Im Ringen Aserbaidschans mit Armenien sind in der vergangenen Woche mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen; es waren die schwersten Zusammenstöße seit dem jüngsten Aufflammen des Kriegs zwischen den beiden Staaten, in dem im Herbst 2020 auf beiden Seiten mehr als 6500 Menschen getötet wurden. Zudem wurden seit Mitte voriger Woche im Grenzgebiet zwischen Tadschikistan und Kirgistan mindestens 100 Menschen getötet. Dort kommt es zwar immer wieder zu Zusammenstößen im Ringen um Land und Wasser. Doch die Bilder der Zerstörung aus der Gegend erinnern dieses Mal weniger an frühere Scharmützel, sondern an kriegsähnliche Zustände.

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