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Kommissionspräsidentin gesucht : Geht Angela Merkel nach Brüssel?

Angela Merkel Ende Mai beim Europäischen Rat in Brüssel Bild: EPA

Wenn die Kanzlerin wollte, wäre die Personalsuche in Europa sofort beendet. Das zeigt, auf welch tönernen Füßen das Konzept der Spitzenkandidaten noch steht.

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          Was wäre, wenn Angela Merkel beim Europäischen Rat in dieser Woche plötzlich den Finger hebt und sagt: Liebe Kollegen, ich bewerbe mich übrigens um den Kommissionsvorsitz? Man muss nicht lange darüber rätseln. Die wichtigste Personalfrage der Europäischen Union wäre mit diesem Satz entschieden. Merkel ist die mit Abstand erfahrenste Regierungschefin aller Mitgliedstaaten, sie genießt Ansehen über alle politischen Lager hinweg, jeder in Europa kennt sie. Gewiss, einige fürchten sie auch, vor allem wegen der Flüchtlingspolitik. Und doch ist die Kanzlerin stets mit allen ihren Kritikern im Gespräch geblieben, mit Viktor Orbán wie mit Jaroslaw Kaczynski, dem starken Polen. Selbst ohne deren Stimmen wäre ihr die erforderliche qualifizierte Mehrheit gewiss – zumal Frankreich sie schon vorgeschlagen hat.

          Auch das Parlament in Straßburg würde Merkel wählen, natürlich. Wie sollten die christlichen Demokraten gegen ihr weltweit größtes Aushängeschild stimmen? Weil sie keine Spitzenkandidatin war? Unvorstellbar. In einem Duell Merkel gegen Weber würde der verglühen wie eine Sternschnuppe. Weber? Das ist der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei, kurz EVP. Vorname: Manfred. Seine Ambitionen hat er im Herbst erst offengelegt, nachdem er die Bundeskanzlerin hinter sich wusste. Im Wahlkampf hat Merkel ihn dann unterstützt. Vor vier Wochen beteuerte sie: Nach ihrer Kanzlerschaft stehe sie „für kein weiteres politisches Amt, egal wo es ist, auch nicht in Europa, zur Verfügung“.

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