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Gesundheitskrise in Portugal : Eine absolute Mehrheit bringt noch keine Ärzte ins Land

Ein Krankenhausmitarbeiter vor einem Krankenhaus in Lissabon im Januar 2021 Bild: AFP

In Portugal regieren die Sozialisten seit Januar mit absoluter Mehrheit. Doch das hat sie bislang nicht beflügelt. Das Gesundheitswesen steht kurz vor dem Zusammenbruch. Nun will die Regierung gegensteuern.

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          Die Sozialisten in Portugal verfügen über das, wovon viele Parteifreunde in anderen europäischen Ländern derzeit nur träumen können – eine absolute Mehrheit. Aber trotz dieser komfortablen Lage seit der Parlamentswahl im Januar dieses Jahres ist es ihnen bislang kaum gelungen, daraus Kapital zu schlagen. Das hat weniger mit den Folgen des Ukrainekrieges zu tun als mit den Altlasten aus der Zeit der großen Finanzkrise. Besonders dramatisch ist die Lage des portugiesischen Gesundheitssystems: Es steht am Rand des Zusammenbruchs.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Ende August musste Gesundheitsministerin Marta Temido zurücktreten, die sich während der Corona-Pandemie großes Ansehen erworben hatte und sogar als eine mögliche Nachfolgerin von Ministerpräsident Costa galt. Die 48 Jahre alte Sozialistin übernahm die Verantwortung für den Tod einer hochschwangeren Inderin. Diese wurde im größten Krankenhaus des Landes abgewiesen, weil kein Bett frei war. Auf dem Weg in eine andere Klink in Lissabon starb die Frau an einem Herzstillstand. Zwei Neugeborene starben im Sommer in anderen Krankenhäusern.

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