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Winkelzüge um Auschwitz : Putins Reise nach Jerusalem

Nicht in Yad Vashem dabei: Polens Ministerpräsident Andrzej Duda (2. v.r.) und Ehefrau Agata Kornhauser-Duda mit Vertretern der jüdischen Gemeinschaft beim Neujahrsempfang in Warschau. Bild: EPA

Das Gedenken an die Ermordung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten in Auschwitz wird in Polen überschattet durch den Streit mit Russlands Präsident. Zum 75. Jahrestag der Befreiung spricht Putin in Israel. Warum?

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          Das einstige Vernichtungslager Auschwitz, errichtet von Deutschen auf von ihnen besetztem Gebiet, ist seit einigen Jahren Polens meistbesuchtes Museum. Im Jahr 2019 erlebte die Gedenkstätte mit 2,3 Millionen Menschen einen neuen Rekord. Doch dem 75. Jahrestag der Befreiung des Lagers am 27. Januar blickt man in Polen mit Unbehagen entgegen. Das hat vor allem mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu tun – und damit, dass in Jerusalem vier Tage vor dem Jahrestag eine Gedenkveranstaltung stattfinden soll, zu der Polens Präsident Andrzej Duda nicht reisen will.

          Gerhard Gnauck

          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Jochen Stahnke

          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Putin hatte Polen im Dezember mehrmals verbal attackiert. Seine Kritik galt sowohl dem heutigen Polen als auch jenem der dreißiger Jahre. Damals balancierte das Land mit zwei Nichtangriffspakten zwischen zwei massiv aufrüstenden Diktaturen, zwischen Hitler und Stalin. Es wurde zum ersten Opfer des Zweiten Weltkrieges und des im August 1939 geschlossenen Hitler-Stalin-Pakts, dessen geheimes Zusatzprotokoll Polen, die baltischen Staaten, Finnland und Rumänien in eine deutsche und eine sowjetische Interessensphäre aufteilte.

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