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William Hague : Britischer Außenminister erklärt Rücktritt

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Der britische Außenminister William Hague hat seinen Rücktritt erklärt. Hague teilte auf Twitter mit, er wolle künftig als Vorsitzender des Unterhauses dienen. Premierminister Cameron baut derweil sein ganzes Kabinett um.

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          Der britische Außenminister William Hague ist am Montagabend von seinem Amt zurückgetreten. Das gab die Downing Street am in London bekannt. Hague selber teilte im Kurznachrichtendienst Twitter mit, er trete nach vier Jahren als Außenminister zurück und wolle künftig als Vorsitzender des Unterhauses dienen. Bei der Parlamentswahl im Mai 2015 wolle er nicht als Abgeordneter kandidieren.

          Hague war vier Jahre lang Außenminister. Während dieser Zeit haben sich die Beziehungen zwischen London und Brüssel deutlich abgekühlt. Laut einem Bericht des Rundfunksenders BBC soll nun ein noch größerer Europakritiker Chefdiplomat werden: der derzeitige Verteidigungsminister Philip Hammond.

          Zuvor war bekannt geworden, dass der britische Premierminister David Cameron zehn Monate vor der Parlamentswahl sein Kabinett umbildet. Am Montag war bereits der Minister ohne Geschäftsbereich, Kenneth Clarke, zurückgetreten. Er gehört zum EU-freundlichen Flügel der Tories.

          Wie Camerons Büro am Montagabend mitteilte, nahm der Premier außerdem die Rücktritte des Universitätsministers David Willetts, des Ministers für Energie und Klimawandel, Greg Barker, des Nordirland-Ministers Andrew Robathan und des Ministers für Wales, David Jones, an. Die für Dienstag geplante Kabinettsitzung wurde abgesagt, um dem Premier Zeit für die Bildung einer neuen Regierung zu geben.

          Es wird erwartet, dass das neue Kabinett konservativer, jünger und weiblicher wird. Die Zeitung „Daily Mail“ nannte die Kabinettsumbildung ein „Blutbad“, im „Independent“ war von einem „Abschlachten von Männern in Anzug“ die Rede.

          Starker EU-kritischer Flügel

          Bei den konservativen Tories gibt es einen starken EU-kritischen Flügel, der zuletzt noch Zulauf erhielt, als es Cameron nicht gelang, Luxemburgs früheren Regierungschef Jean-Claude Juncker als neuen EU-Kommissionspräsidenten zu verhindern.

          Der Premierminister versprach seinen Landsleuten, im Jahr 2017 ein Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union abzuhalten, sollten die Tories die Wahl im kommenden Jahr gewinnen. Bis dahin will Cameron die Stellung des Königreichs in der EU von Grund auf neu verhandeln.

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