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Amerika : Trumps Handelsminister erhält auch Stimmen der Demokraten

  • Aktualisiert am

Donald Trumps Handelsminister Wilbur Ross ist vom Senat bestätigt worden. Bild: AP

Der Milliardär Wilbur Ross ist vom Senat als Handelsminister bestätigt worden und soll nun wichtige Abkommen neu verhandeln. Die Welthandelsorganisation warnt Amerika vor Protektionismus. Speziell für Deutschland wäre das „katastrophal“.

          Der Weg des von Donald Trump nominierten Milliardärs Wilbur Ross an die Spitze des Handelsministeriums ist frei. Der 79-Jährige wurde am Montag vom Senat mit 72:27 Stimmen bestätigt. Ross wird eine einflussreiche Stimme im Wirtschaftsteam des neuen Präsidenten sein. So soll er die Neuverhandlungen des Handelsabkommens Nafta mit Mexiko und Kanada leiten.

          Ross wird einem Ministerium mit 44.000 Mitarbeitern vorstehen, das auch für den Kampf gegen Billig-Exporte in die Vereinigten Staaten, die Erhebung wichtiger Wirtschaftsdaten und für Ausfuhr-Fragen bei sensitiven Technologien zuständig ist.

          „Für das Exportland Deutschland eine Katastrophe“

          Die Welthandelsorganisation WTO warnt Trump unterdessen vor einem Handelskrieg. „Ohne Handel wird Amerika niemals ,great again'“, sagte WTO-Chef Roberto Azevedo der „Bild“. „Wenn wir einen Handelskrieg erleben, wäre das katastrophal.“ Folgen hätten Strafzölle und neue Handelsbarrieren vor allem auch für die deutsche Wirtschaft. „Speziell für das Exportland Deutschland wäre das eine Katastrophe“, sagte Azevedo.

          Ross hat erklärt, er sei ausdrücklich für internationalen Handel. Die Partner müssten sich dabei aber an die in Amerika geltenden Fairnessregeln halten. Die amerikanische Regierung dürfe sich nicht mit „arglistigen Handelspraktiken“ und staatlich subventionierter Produktion im Ausland abfinden. Trump drohte indessen damit, Strafsteuern für Unternehmen einzuführen, die Produkte in einem anderen Land herstellen und dann in den Vereinigten Staaten verkaufen.

          Bei der Bestätigung sprachen sich auch viele Demokraten für Ross aus, der vom Republikaner Trump nominiert worden war. Dies geht unter anderem auf eine Empfehlung von Gewerkschaften zurück, die Ross unterstützen, weil er kurz nach der Jahrtausendwende die Restrukturierung bankrotter amerikanischer Stahlkonzerne unterstützt hatte und dadurch zahlreiche Werke und tausende Arbeitsplätze rettete.

          Das Vermögen von Ross wird auf 2,9 Milliarden Dollar geschätzt. Einen Teil davon machte er in den späten 1990er Jahren und zu Beginn der 2000er durch die Sanierung von angeschlagenen US-Konzernen etwa aus der Stahl-, Kohle-, Textil- und Autozuliefer-Industrie. Ross folgt auf die Demokratin Penny Pritzker, ebenfalls eine Milliardärin und eine der reichsten Frauen des Landes.

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