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Assange-Hintergrund : Zurück im Rampenlicht

Nach sieben Jahren: Assange wird von Polizisten aus der ecuadorianischen Botschaft in London zu einem wartenden Polizeibus getragen. Bild: AP

Das Ende seines Asyls: In London tragen Sicherheitskräfte den Wikileaks-Gründer Julian Assange aus der Botschaft Ecuadors. Damit endet ein höchst ungewöhnliches Kapitel internationaler Diplomatie auf prosaische Weise.

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          Die wackligen, etwas verschwommenen Videoaufnahmen, die den Moment der Verhaftung festgehalten haben, zeigen einen alt gewordenen Mann mit weißem Bart, der ein paar Stufen hinab in einen Polizeitransporter getragen wird, weil er sich zu gehen weigert. Julian Assange protestierte lautstark, aber unverständlich – zu weit war das Kameramikrofon entfernt. Dann sah man den Polizeitransporter abfahren, offenbar in Richtung Scotland Yard. Es war das prosaische Ende eines höchst ungewöhnlichen Kapitels internationaler Diplomatie.

          Jochen Buchsteiner

          Politischer Korrespondent in London.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Fast sieben Jahre lang hatte Assange in dem Backsteingebäude gelebt, das die Botschaft Ecuadors im Londoner Stadtteil Knightsbridge beherbergt. Der gebürtige Australier hatte rechtmäßig Asyl, ein Staatsbürger Ecuadors nunmehr – und wollte doch die Botschaft seines neuen „Heimatlandes“ nicht verlassen. Sobald Assange einen Schritt auf die Straße gesetzt hätte, wäre er von der britischen Polizei festgenommen worden. Nun kam die Polizei zu ihm. Am Donnerstagmorgen um kurz nach zehn Uhr wurde ihr vom Botschaftspersonal die Tür geöffnet, und sie präsentierte den Haftbefehl des Westminster Magistrate Court. Kurz zuvor hatte die Regierung von Ecuador Assanges Asylstatus widerrufen – wegen eines „Bruchs der Asylauflagen“.

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