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Wikileaks-Gründer : Assange zu Aussage in Russland-Affäre bereit

  • Aktualisiert am

Seit mehr als sechs Jahren sitzt Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Bild: Reuters

Der Geheimdienstausschuss im amerikanischen Senat will Julian Assange zu seiner Rolle bei der Präsidentschaftswahl 2016 befragen. Der Wikileaks-Gründer könnte über brisante Informationen verfügen.

          Wikileaks-Gründer Julian Assange will unter Umständen vor einem Ausschuss des amerikanischen Senats zur möglichen Einmischung Moskaus in die amerikanische Präsidentschaftswahl aussagen. Das teilte Wikileaks am Mittwoch per Twitter mit.

          Wikileaks zufolge erhielt der 47-Jährige dazu eine schriftliche Aufforderung des Geheimdienstausschusses im Senat. Den Brief stellte Wikileaks ins Netz. Weder die amerikanische Botschaft in London noch die Sprecherin des stellvertretenden Ausschussvorsitzenden Mark Warner wollten sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst zu dem Schreiben äußern.

          „Hohen ethischen Standard“

          Assange wird darin aufgefordert, sich einer Befragung zu stellen. Ort und Zeitpunkt des Treffens sollen demnach „beiderseitig akzeptabel“ sein. Wikileaks teilte mit, das Angebot werde geprüft, die Bedingungen müssten aber einem „hohen ethischen Standard“ entsprechen. Der Geheimdienstausschuss im Senat untersucht die mutmaßliche russische Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl 2016 und prüft dabei auch eine Verstrickung des Lagers von Präsident Donald Trump.

          Assange sitzt seit mehr als sechs Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London fest, um sich einer befürchteten Auslieferung an die Vereinigten Staaten zu entziehen. Washington macht ihn für die Veröffentlichung brisanter amerikanischer Dokumente aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak über die Wikileaks-Plattform verantwortlich.

          Im vergangenen Präsidentschaftswahlkampf veröffentlichte Wikileaks aber auch von mutmaßlich russischen Hackern gestohlene E-Mails der Demokratischen Partei und schadete damit der am Ende gegen Trump unterlegenen Kandidatin Hillary Clinton. Die Regierung in Quito hat inzwischen deutlich gemacht, dass sie Assange so bald wie möglich loswerden will.

          Assange verlor den Zugang zum Internet, nachdem er die spanische Regierung im Streit mit der Provinz Katalonien kritisiert und damit gegen die Forderung seiner ecuadorianischen Gastgeber verstoßen hatte, sich mit politischen Botschaften zurückzuhalten. Ecuador stellte auch teure Schutzmaßnahmen für Assange in der Botschaft ein.

          Assange weigert sich, die Botschaft zu verlassen, solange ihm keine Garantie gegeben werde, dass er nicht an die Vereinigten Staaten ausgeliefert werde. Die britische Polizei will Assange festnehmen, weil er mit seiner Flucht in die Botschaft gegen Kautionsauflagen verstoßen habe. Ermittlungen gegen ihn wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden wurden inzwischen eingestellt.

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