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Wikileaks-Gründer : Assange: Der Krieg fängt gerade erst an

  • Aktualisiert am

Bild: EPA/REX/Shutterstock

In einer Rede auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London teilt Wikileaks-Gründer Julian Assange kräftig aus. Er denkt offenbar nicht daran, die Botschaft zu verlassen. Sein Gastland fordert freies Geleit nach Ecuador.

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          In einem Auftritt auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London hat sich Wikileaks-Gründer Julian Assange kämpferisch gezeigt. Er reckte mehrmals die Faust und sprach vor Journalisten und Anhängern über die aktuelle Entwicklung in seinem Fall. Die schwedische Justiz hatte am Freitag bekanntgegeben, die Ermittlungen wegen Vergewaltigung nach sieben Jahren zu beenden. Diese Entscheidung nannte Assange am Abend einen „wichtigen Sieg für mich und das UN-Menschenrechtssystem“. Doch seien „sieben Jahre der Festnahme, darunter fast fünf Jahre hier in der Botschaft ohne Sonnenlicht“, nicht gerechtfertigt. „Sieben Jahre ohne Anklage, während meine Kinder groß geworden sind und mein Name verleumdet wurde – das ist etwas, das ich nicht vergeben und nicht vergessen kann“, sagte Assange. „Das ist nicht das, was wir von einem zivilisierten Staat erwarten.“

          Eine Festnahme droht Assange trotzdem. Denn die britische Polizei hat angekündigt, ihn zu verhaften, wenn er die Botschaft verlassen sollte. Grund ist, dass Assange Auflagen der britischen Justiz missachtet hatte, als er vor fünf Jahren in die ecuadorianische Botschaft flüchtete. „Während heute ein wichtiger Sieg errungen ist, ist der Weg noch lange nicht zu Ende“, sagte Assange. „Der richtige Krieg fängt gerade erst an. Großbritannien hat gesagt, mich verhaften zu wollen. (...) Das ist auch der Grund, warum ich die Botschaft nicht verlassen kann.“

          Assange befürchtet, dass er im Falle einer Festnahme an die Vereinigten Staaten überstellt würde, wo man ihn wegen Geheimnisverrats anklagen würde. CIA-Direktor Mike Pompeo habe gesagt, dass Wikileaks nicht das Recht der freien Rede genösse. „Das ist nicht akzeptabel. Wir werden weiter publizieren.“ Über die britische Rolle in dem Konflikt zwischen Wikileaks und der amerikanischen Regierung sagte Assange: „Zu einem gewissen Grad ist Großbritannien ausgenutzt worden, weil es zustimmte, mich auszuliefern. (...) Meine Anwälte werden sich mit den britischen Behörden in Kontakt setzen, um einen Ausweg zu finden.“

          Nach sieben Jahren : Schweden stellt Ermittlungen gegen Assange ein

          Unterdessen hat Assanges Gastland Ecuador nach der Einstellung des Verfahrens in Schweden freies Geleit gefordert, damit der Wikileaks-Gründer die Botschaft in London verlassen kann. „Der europäische Haftbefehl gilt nicht länger“, teilte Außenminister Guillaume Long am Freitag mit. Das Vereinigte Königreich müsse Assange nun eine sichere Passage garantieren. Wenn Großbritannien sie gewähre, sei Assange in Ecuador willkommen, sagte Long auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Quito.

          Das Asyl Ecuadors sei 2012 aufgrund der Befürchtung einer politischen Verfolgung gewährt worden, sagte Long. „Die Erklärungen von Vertretern der amerikanischen Regierung der vergangenen Wochen bestätigen unsere Befürchtungen.“ Auch Long bezog sich auf Aussagen von CIA-Direktor Pompeo, der Wikileaks im April als feindlichen Geheimdienst bezeichnet hatte. Ecuador werde das Asyl aufrechterhalten, kündigte Long an, solange die Befürchtungen weiter bestünden.

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