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Wikileaks-Enthüllungen : CIA sieht Leben von Amerikanern in Gefahr

  • Aktualisiert am

Zentrale des Geheimdienstes CIA in Langley Bild: AFP

Der amerikanische Geheimdienst verurteilt die Enthüllung angeblicher Spähangriffe auf Smartphones und Fernseher. Wikileaks helfe den Gegnern der Vereinigten Staaten. Präsident Trump zeigt sich „extrem besorgt“.

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          Nach den Wikileaks-Enthüllungen zu den Hackerangriffen der CIA auf Smartphones, Fernseher und andere Geräte hat der amerikanische Geheimdienst CIA der Enthüllungsplattform vorgeworfen, das Leben von Amerikanern zu gefährden. Derartige Enthüllungen „bringen nicht nur amerikanisches Personal und Einsätze in Gefahr, sondern statten unsere Gegner auch mit Werkzeugen und Informationen aus, um uns zu schaden“, sagte CIA-Sprecherin Heather Horniak am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. Zur Echtheit der Dokumente wollte sie sich nicht äußern.

          Präsident Donald Trump ist einem Sprecher zufolge „extrem besorgt“ über das Datenleck bei der CIA, das die jüngsten Enthüllungen ermöglicht habe. Präsidialamtssprecher Sean Spicer kündigte am Mittwoch zudem ein hartes Vorgehen gegen Informanten an: „Bei jedem, der vertrauliche Informationen weitergibt, wird die volle Härte des Gesetzes angewandt“, sagte er.

          Wikileaks hatte am Dienstag 8761 Dokumente veröffentlicht, die aus dem CIA-Zentrum für Cyberaufklärung in Langley bei Washington stammen und über die Computer- und Internetspionage des Geheimdiensts Auskunft geben sollen. Die Hackertruppe operiert demnach auch vom amerikanischen Konsulat in Frankfurt am Main aus. Das Konsulat diene als heimliche Basis der Hacker für Spähaktionen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika, hieß es.

          Aus den Dokumenten geht laut Wikileaks hervor, dass die Regierungshacker unter anderem iPhones von Apple, Android-Geräte von Google, Software von Microsoft und sogar Samsung-Fernseher angreifen können, um Nutzer auszuspionieren. Der frühere Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden, der 2013 die massiven Spähprogramme des Geheimdienstes NSA enthüllt hatte, erklärte auf Twitter, die veröffentlichten Dokumente wirkten „authentisch“.

          Der Geheimdienstexperte und Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele forderte nach den neuen Wikileaks-Enthüllungen von der Bundesregierung ein hartes Durchgreifen gegen amerikanische Spione. „Die Regierung muss deutlich machen, dass bestimmte Geheimdienst-Mitarbeiter, die an der Spionage beteiligt sind, hier nichts zu suchen haben“, sagte Ströbele der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Sie könnten des Landes verwiesen werden. Man könnte auch die Zentrale der Überwachung in Frankfurt schließen.“ Wenn von Deutschland aus ein amerikanisches Spionagezentrum betrieben werde, das Privat- und Geschäftsleute ausspioniere, dann sei das eine strafbare Handlung, sagte der Grünen-Politiker. „Das sind geheimdienstliche Aktivitäten für eine fremde Macht, darauf steht eine hohe Freiheitsstrafe“, betonte Ströbele.

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