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Wiederaufbau Mossuls stockt : Leben in Ruinen

Zerstörungswerk: Die Kuppel der Nuri-Moschee in der Altstadt von Mossul Bild: AFP

Gut ein Jahr nach der Befreiung von der Herrschaft des „Islamischen Staats“ kommt der Wiederaufbau Mossuls kaum voran. Weil die Korruption um sich greift und schiitische Brigaden die Bevölkerung schikanieren wächst deren Wut.

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          Sie sitzen auf Plastikstühlen in der sengenden Hitze, die unwilligen Blicke auf die vorbeirauschenden Autos gerichtet. Hinter ihnen Stapel staubiger Zementsäcke. „Alle paar Tage kommt jemand und kauft einen, die Geschäfte laufen sehr zäh“, sagt einer der Händler, ein massiger Kerl, das Hemd so weit aufgeknöpft, dass sein fleckiges Unterhemd zu sehen ist. „Es hat doch niemand Arbeit, und darum hat niemand Geld. Und wenn kein Geld da ist, kann man nichts machen“, sagt er mit dröhnender Stimme. Die anderen Männer nicken.

          Christoph Ehrhardt

          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Eigentlich sollten sie doch das Geschäft ihres Lebens machen, denn Zehntausende Häuser liegen in Mossul in Trümmern, Millionen von Dollar werden in den Wiederaufbau gepumpt. Aber die Zementhändler der Stadt sind gramerfüllt.

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