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Generaldebatte in New York : Kraftmeier und Multilateralisten

  • -Aktualisiert am

Per Videoschalte: Xi Jinping spricht zu den Vereinten Nationen Bild: AP

Donald Trump hält eine lustlose Wahlkampfrede. Xi Jinping gibt den weisen Staatsmann, der sich um die Belange der Welt sorgt . Wer hat bei den Vereinten Nationen den besseren Eindruck hinterlassen?

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          Wenn Generalsekretäre der Vereinten Nationen vor der Vollversammlung in New York sprechen, sagen sie selten Sensationelles. In dieser Hinsicht war die Ansprache von António Guterres am Dienstag nicht die Ausnahme von der Regel. Dass seine Rede trotzdem als bemerkenswert in Erinnerung bleiben sollte, lag an der Rednerfolge bei dieser Jubiläumssitzung der Weltorganisation.

          Guterres steht für eine Welt, die politische Scheuklappen nicht für eine besondere Errungenschaft hält, die Rücksicht auf die Interessen anderer nicht als Schwäche betrachtet. Sein Appell für internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wird leider nicht überall befolgt. Der Kontrast zu den Kraftmeiern dieser Welt könnte größer nicht sein.

          Von diesen sprachen im Anschluss an Guterres eine ganze Reihe. Die „starke Botschaft“, die Donald Trump in einer lustlosen Wahlkampfrede an seinen derzeitigen Lieblingsfeind sendete, an China, erschöpfte sich letztlich in der Forderung an die UN, die Volksrepublik zur Rechenschaft zu ziehen für die Verbreitung des Corona-Virus. Es war wie eigentlich immer bei Trump. Um einen wahren Kern spinnt er eine bombastische Geschichte aus Selbstbeweihräucherung und zweifelhaften Aussagen.

          Luftige Bekenntnisse und etwas Geld

          Da die Reden der Staatschefs vorab aufgezeichnet waren, konnte Xi Jinping nicht direkt auf Trumps Bemerkungen eingehen. Gemäßigter als der Amerikaner aufzutreten, somit bei Vielen mit luftigen Bekenntnissen zu Multilateralismus und den UN-Prinzipien einen besseren Eindruck zu hinterlassen als Trump, ist dem chinesischen Staats- und Parteichef noch nie schwergefallen.

          Die Ankündigung, einige Millionen Dollar für Entwicklungsländer zur Verfügung zu stellen, passte in die Choreographie. Wenn man bedenkt, wie aggressiv China auf der Weltbühne wirklich agiert, wird deutlich, woran es in Washington gerade am meisten mangelt. Es braucht Klugheit und die Fähigkeit, sich auf andere einzulassen. Ohne den Rest der Welt werden auch die Vereinigten Staaten nicht auskommen. Trump hingegen kennt nur blindwütiges Draufschlagen.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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